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AbraPalabra – klitzeklein – GIGANTISCH GROß

klitzeklein und GIGANTISCH GROß_AbraPalabra_20170210

klitzeklein und GIGANTISCH GROß_AbraPalabra_20170210

Es ist kurz vor halb drei Uhr am Freitag, 10. Februar 2017. Ich bin auf dem Weg zur Prämierungsfeier des 13. AbraPalabra-Geschichtenwettbewerbs für die Viertklässler*innen der Bonner Schulen und Internationalen Deutschen Schulen in der weiten Welt.

Ja, auch ich bin aufgeregt. Anders, aber eben doch aufgeregt, wie die Mädchen und Jungs, die im Foyer des Jungen Theaters Bonn-Beuel auf den Einlass warten. Anders als sie darf ich schon hinein. Alles ist neu, der Weg in die Hermannstraße 50 ins Theater und der Zuschauerraum und die Bühne und und und.

Aufregung oder Lampenfieber werden noch ein zauberhaftes Verschwinden erhalten. Doch dazu später.

Zuerst möchte ich mich vorstellen: Ingrid Smolarz, gebürtige Österreicherin, geboren und groß geworden (da schmunzelt schon so mancher / so manche) in Wien, seit neun Jahren in Bonn mit meinem One-and-only „auf ewig verbandelt“, inzwischen längst MoMa (Großmama) von vier Enkeltöchtern (5, 6, 9, 11 J.) in Düsseldorf.

Vor knapp einem Jahr ~ bei der Suche nach einer neuen, zusätzlichen Aufgabe ~ fällt meine Wahl auf das KinderAtelier im Frauenmuseum. Dort wird ehrenamtliche Mitarbeit für die Organisation des Geschichtenwettbewerbs für Viertklässler*innen aus Bonn und der weiten Welt gebraucht. Und da ich mich mit meiner Website www.poetry-sights.de schon seit langem auch für Schreiben und Sprache entschieden habe, passte diese Thematik gut zu „meiner Passion“.

Zur rechten Zeit nehme ich Kontakt auf mit Ulrike Tscherner-Bertoldi und Lene Pampolha, den Leiterinnen des KinderAteliers. Die beiden sind es, die den AbraPalabra-Geschichtenwettbewerb 2004 ins Leben gerufen haben. Und die Ideensammlung und Organisation für den 13. Wettbewerb beginnt bereits.

Am wichtigsten: Das neue Thema soll gefunden werden. Ulrike, Lene und jetzt auch ich treffen uns zum Brainstorming. Das ist eine Methode, die zum Ziel führen kann. Parallel dazu sprechen wir in den Tagen darauf mit Kindern, um herauszufinden worüber sie gerne eine Geschichte schreiben würden. Und dann ist das Thema gefunden:

Klitzeklein – GIGANTISCH GROß.

Das unterfüttern wir dann später (zu Beginn des neuen Schuljahres im September) in der Ausschreibung so:

„Wir haben in diesem Jahr sieben Zauberwörter-Paare, um beim Schreiben zu helfen. Diese Wörter können (auch einzeln) benutzt werden, das ist aber keine Pflicht:

Berg/Tal; wachsen/schrumpfen; leuchtend/trüb; trippeln/poltern
denken/fühlen; kunterbunt/farblos; Sonne/Mond“

Somit ist der wichtigste Schritt getan und es folgt Aufgabe auf Aufgabe, Organisation auf Organisation. Ich bin fasziniert von der Arbeitsweise von Ulrike und Lene (die ja noch viele andere Projekte im KinderAtelier “stemmen”). So nach und nach verstehe ich dieses Jahres-PROJEKT AbraPalabra-Geschichtenwettbewerb. Und, kaum zu glauben, während ich das schreibe bekomme ich Herzklopfen und knüpfe hier an:

Aufregung oder Lampenfieber werden noch ein zauberhaftes Verschwinden erhalten. Doch dazu später.

Dass es überhaupt zur Prämierungsfeier kommen kann, dazu sind die Jurymitglieder gefordert. Wir bekommen alle Geschichten per Post zugeschickt. Natürlich ohne Angabe von „Herkunft“ (Schule, Autor*innennamen …). Dem intensiven Lesen und Auswählen folgt dann das Treffen aller aus der Jury und das Vergeben der Plätze. Ja, wirklich, wir waren auch unterschiedlicher Meinung. Das ist beileibe nicht verwunderlich, denn die Geschichten sind so mannigfaltig, ideenreich, kreativ „bewortet“ und „wirkliche Kriterien gibt es nicht“ ~ das ist eine subjektive Entscheidung. Und doch: wir haben uns heran-diskutiert, und wir haben uns natürlich geeinigt ~ auch in der zur Verfügung stehenden Zeit. Darüber hinaus waren wir uns ebenso einig darin, dass alle Kinder, die Geschichten geschrieben haben, große Anerkennung verdient haben. Aus diesem Grund habe ich Minikommentare zu allen Bonner Geschichten geschrieben (siehe unten).

Jury:
Cornelia Kothe, Organisatorin des Rheinischen Lesefestes Käpt´n Book
Annika Rasch, Mitarbeiterin des Rheinischen Lesefestes Käpt´n Book
Stefan Wagner, Amtsleiter der Stadt Bonn für Internationales und globale Nachhaltigkeit,
Doris Pfaff, General-Anzeiger Bonn, Redaktion Klasse!
Anne Jüssen, Schriftstellerin und Leiterin des LiteraturAteliers im Frauenmuseum
Minea Süss, Kinder- und Jugendbuchhandlung „Der kleine Laden“ e.V.
Ingrid Smolarz, Blog: www.poetry-sights.de und ehrenamtliche Mitarbeit AbraPalabra
Lukas Weber – er hat letztes Jahr den ersten Preis bekommen
Silja Dué – sie hatte letztes Jahr den zweiten Preis bekommen
und auch Lene Pampolha und Ulrike Tscherner-Bertoldi von AbraPalabra (KinderAtelier im Frauenmuseum)

Ich bin also wieder kurz vor Beginn der Prämierungsfeier: Erst einmal wird die Anspannung zurückgedrängt, denn die letzten Absprachen zwischen Organisatorinnen und Helfer*innen laufen hinter der Bühne auf Hochtouren. Die aktuellsten Pläne werden noch ausgetauscht/besprochen und dann heißt es draußen schon: Türen auf! In Windeseile strömen die Kinder mit Familien und Lehrer*innen herein in den Theatersaal, der mit rotsamtenen Sitzen ausgestattet ist. Auch der Balkon hinten in luftiger Höhe bietet Plätze, die schnell belegt sind.

Und nun: Vorhang auf und AbraPalabra!

Ulrike und Lene ~ in nostalgisch Weinrot und Rot Lang-Kleidern, beglitzert ~ schalten ihre Mikrofone ein und treten an den Bühnenrand. Sie lösen jetzt Aufregung oder Lampenfieber. Das geht so:

Am besten steht ihr alle auf, dann sprechen wir leise „klitzeklein“ und machen uns „klitzeklein“ und sprechen laut „gigantisch groß“ und werden „gigantisch groß“. Wie, ihr seid immer noch aufgeregt? Und fiebert der Preisverleihung entgegen? Da gibt es eine Methode. Nämlich die Schüttelmethode. Also wir schütteln beide Arme nach links unten „schüttel, schüttel“ und nach rechts unten „schüttel, schüttel“ und nach links oben „schüttel, schüttel“ und nach rechts oben „schüttel, schüttel“ und nochmal nach links unten „schüttel, schüttel“ und nochmal nach rechts unten „schüttel, schüttel“ und nach oben AbraPalabra!

Jetzt ist die Aufregung herausgeschüttelt und niemand ist mehr aufgeregt. Das Programm legt los.

Ich schreibe hier weiter über das Wesentliche, nämlich die Geschichten, die Preise bekommen haben.

Internationale Geschichten von Viertklässler*innen aus „Deutschsprachigen Schulen aus der weiten Welt“:
Es wurden 18 Geschichten eingereicht (Ägypten, Brasilien, Dänemark, Indien, Kanada, Mexiko, Namibia, Schweiz, Slowakei, Südkorea, Thailand, USA, Vereinigte Arabische Emirate)

1. Platz: „Der Riese und die freche Maus“, Sankt Petri Schule, Kopenhagen, Dänemark
2. Platz: „Die Ursage der Tiere Afrikas“, Deutsche Höhere Privatschule Windhoek, Namibia
3. Platz: „Die geschrumpfte Klasse 4c“, Deutsche Internationale Schule Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
Sonderpreis Originalität und Poesie: „Sonnenfinsternis“, Deutsche Höhere Privatschule Widhoek, Namibia

Die Siegerin, Preisträgerin des ersten Platzes für die internationale Geschichte Annika Boufercha Lekve hören und sehen wir in einem Film, der in der Sankt Petri Schule in Kopenhagen gedreht wurde, der auf den Bühnenvorhang projiziert wird. Sie liest ihre Geschichte selbst und wir sind verzaubert!

Geschichten von Viertklässler*innen aus Bonner Schulen:
Es wurden 34 Geschichten eingereicht (Beethovenschule, Bernhardschule, Bonn International School, Gemeinschaftsgrundschule Brüser Berg, Clemens-August-Schule, Ècole de Gaulle-Adenauer, Engelsbachschule, Ennertschule, Finkenhofschule, Katholische Grundschule Am Domhof, Katholische Grundschule Holzlar, Independent Bonn International School, Ludwig-Richter-Schule, Münsterschule, Marienschule-Nordschule, Paul-Gerhardt-Schule, Paul-Klee-Schule, Rochusschule, Schlossbachschule, Servatiusschule, Waldorfschule Sankt Augustin, Waldschule)

Die Dramaturgie der Prämierung ist so, dass jede Prämierung mit einem pantomimischen Intro beginnt: Auf gigantisch großen Stelzen mit Alex und mit Nici, dem Mädchen, dem bestimmt ist, das jeweilige Kouvert mit der Geschichte an die Geschichtenleserin Andrea Brunetti weiterzugeben.

Die Reihenfolge ist diese:
3. Platz: „Der Fluch des Waldes“, Independent Bonn International School, Klasse Y5/0, Autorinnen: Lilli Liebewein, Naomi Hagen, Rebecca Klein und Charlotte O’Donoghue
Gewinn: Ein Workshop für die ganze Klasse im KinderAtelier im Frauenmuseum
2. Platz: „Das kleine Riesenabenteuer“, Ludwig-Richter-Schule, Klasse 4b, Autorinnen: Alina Auxel, Rea Simon und Victoria Volek
Gewinn: Ein Woki-Kinobesuch mit der ganzen Klasse zu einem ausgesuchten Film
Sonderpreis Originalität: „Clara und das Monster“, Waldschule, Klasse 4a, Autorinnen: Esther Antonia von der Straeten und Charlotte Sophia Kristiansen
Gewinn: Ein Besuch mit der ganzen Klasse im Phantasieland
1. Platz: „Klitzekleino fliegt ins All“, Katholische Grundschule Holzlar, Klasse 4a, Siegerin: Annabelle Taube
Gewinn: Ein Besuch mit der ganzen Klasse zu einer ausgewählten Vorstellung im Jungen Theater Bonn-Beuel

Und dann werden alle Kinder, die eine Geschichte geschrieben haben, auf die Bühne gebeten. Da wird es sehr voll, aber trotzdem ist genug Platz. Von allen gibt es im nächsten Jahr das Foto auf der Rückseite des Wettbewerbs 14. Die Kinder werden aufgerufen und bekommen das Geschichtenbuch überreicht. Die nächste Überraschung: es wird der Sonderpreis gezogen. Das ist ein Schupperkurs mit der ganzen Klasse in der Bronx Rock Kletterhalle. Gewinnerin ist die Beethovenschule, Klasse 4a, vertreten durch Johanna von Alvensleben. Sie bekommt “schon mal zum Vorabüben” ein Kletterseil überreicht und natürlich den Gutschein.

Zu guter Letzt werden alle aufgefordert, unter ihre Sitzplätze zu schauen. Wer eine Information findet bekommt am Bühnenrand noch ein kleines Geschenk überreicht.

In den 1 3/4 Stunden wird viel beglückwünscht, werden Hände geschüttelt, bunte Ketten umgehängt, die Geschichtenbücher und vor allem die Urkunden und Preise übergeben. Viel Freude und Glück. Und für den Nachhauseweg viel Erzählstoff!

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Alle Bonner Geschichten mit Minikommentaren und Information, auf welcher Seite des Geschichtenwettbewerbsbuches die jeweilige Geschichte zu lesen ist … AbraPalabra-Nr.-13-Bonner-Geschichten-mit-Minikommentaren_2016-17

 

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gruppenbild_preisverleihung_abrapalabra_©_frank_fremerey

Kategorie: Anlässe, Bildung, JUNGEN, Kindeswohl, Kindheit, Mädchen

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Meine Geburts- und Heimatstadt ist Wien an der Donau. Die Welt erschloss sich mir weiter am Rhein ~ in meinen Lebensentwürfen mit Menschen meiner Liebe. Mitteilen und Teilen in und mit POETRY-SIGHTS, das ist, was mich antreibt, die Seite hier zu betreiben für alle, die Sinn dafür haben.

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