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Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine – Wikipedia

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putinskrieg gegen die Ukraine

Nationalhymne Ukraine

Taras Shevchenko

Jurij Andruchowytsch

Walentyn Sylwestrow

Narodowy Chór Ukrainy „DUMKA“

Jana ca. 6 J. Wir flüchten und verstecken uns vor dem Krieg

Maria Ovsiannikova Antikriegsaktivistin im Russischen Staats-TV

Stefania „An die Mutter“, Oleh Psiuk – Kalush Orchestra

russische Kriegsverbrechen in der Ukraine

putinskrieg visuell

gedankengebilde




Chronologie des russischen Überfalls auf die Ukraine – Wikipedia

putinskrieg gegen die Ukraine

Die Ukraine (Wikipedia)

„Die Ukraine ([ukʁaˈiːnə] oder [uˈkʁaɪ̯nə];[5] ukrainisch Україна Ukrajina [ukrɑˈjinɑ]) ist ein Staat in Osteuropa mit mehr als 40 Millionen Einwohnern. Mit einer Fläche von 603.700 Quadratkilometern[6] ist sie nach Russland der zweitgrößte Staat Europas und der größte, dessen Gebiet zur Gänze innerhalb des Kontinents liegt. Das Land grenzt im Osten und Nordosten an Russland, im Norden an Belarus, im Westen an Polen, die Slowakei und Ungarn sowie im Südwesten an Rumänien und die Republik Moldau. Im Süden grenzt die Ukraine an das Schwarze und das Asowsche Meer. Die Hauptstadt und größte Metropole des Landes ist Kiew, weitere Ballungszentren sind Charkiw, Dnipro, Donezk und Odessa …“

Russischer Überfall auf die Ukraine 2022 (Wikipedia)

„Der russische Überfall auf die Ukraine vom 24. Februar 2022 ist ein Angriffskrieg[20] der Russischen Föderation gegen den souveränen Nachbarstaat Ukraine. Die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin befohlene Invasion stellt eine Eskalation des seit 2014 schwelenden Russisch-Ukrainischen Kriegs dar, indem sie diesen auf das gesamte Staatsgebiet der Ukraine ausdehnt.

Seit Ende 2021 ließ Putin im Rahmen einer als Manöver angekündigten militärischen Operation russische Truppen in die Nähe der Grenze zur Ukraine verlegen – zum Teil auch in Gebiete des sowohl Russland als auch der Ukraine benachbarten Belarus. Das angebliche Manöver sollte offiziell am 20. Februar 2022 enden, wurde aber darüber hinaus verlängert. Am 21. Februar erkannte Russland die von prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine kontrollierten, sogenannten „VolksrepublikenDonezk und Lugansk als unabhängige Staaten an. Mit beiden schloss Russland Beistandsverträge, die aufgrund einer angeblichen Bedrohung durch die Ukraine unter „Berufung“ auf das internationale Recht zur Selbstverteidigung als Vorwand für den Angriff auf die restliche Ukraine dienten. Die territorialen Grenzen der nur von Russland anerkannten Gebiete waren unklar und sollten laut russischem Außenministerium zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden.[21]

Die Vereinigten Staaten sowie die Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der NATO – die zuvor intensiv in den Versuch eingebunden waren, den Konflikt gewaltlos auf diplomatischem Weg beizulegen – verurteilten, ebenso wie zahlreiche weitere Staaten, die Invasion und verhängten umfangreiche Wirtschaftssanktionen gegen Russland …“

Nationalhymne Ukraine

David Garrett spielt die Nationalhymne der Ukraine nach dem von Vitali Klitschko (Ukraine) gewonnenen Boxkampf gegen Juan Carlos Gomez

Vitali Klitschko – Bürgermeister von Kiew (Hauptstadt der Ukraine) seit 25. Mai 2014 und Verteidiger seiner Stadt und seines Landes seit der durch den Aggressor Putin entfachten Invasion am 24.2.2022

Nationalhymne der Ukraine anlässlich des Antrittsbesuchs des Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selensky, im Bundeskanzleramt am 18.6.2019. Es spielt das Stabsmusikkorps unter Leitung von Oberstleutnant Kiauka.

Text der Nationalhymne der Ukraine

Noch sind der Ukraine Ruhm und Freiheit nicht gestorben,
noch wird uns lächeln, junge Ukrainer, das Schicksal.
Verschwinden werden unsere Feinde wie Tau in der Sonne,
und auch wir, Brüder, werden Herren im eigenen Land sein.

|:Leib und Seele geben wir für unsere Freiheit,
und bezeugen, dass unsere Herkunft die Kosakenbrüderschaft ist.:|

Transkription in Ukrainisch:

Schtsche ne wmerla Ukrajiny i slawa, i wolja,
Schtsche nam, brattja-ukrajinzi, usmichnetsja dolja.
Shynut’ naschi worischenky, jak rossa na sonzi.
Sapanujem i my, brattja, u swojij storonzi.

|:Duschu j tilo my poloschym sa naschu swobodu,
I pokaschem, schtscho my, brattja, kosazkoho rodu.:|

Stanem, brattja, w bij krowawyj wid Sjanu do Donu
W ridnim kraju panuwaty ne damo nikomu;
Tschorne more schtsche wsmichnetsja, did Dnipro sradije,
Schtsche u naschij Ukrajini dolenka naspije.

|:Duschu j tilo my poloschym sa naschu swobodu,
I pokaschem, schtscho my, brattja, kosazkoho rodu.:|

A sawsjattja, prazja schtschyra swoho schtsche dokasche,
Schtsche sja woli w Ukrajini pisn hutschna rosljasche,
Sa Karpaty widob’jetsja, shomonyt stepamy,
Ukrajiny slawa stane pomisch narodamy.

|:Duschu j tilo my poloschym sa naschu swobodu,
I pokaschem, schtscho my, brattja, kosazkoho rodu.:|

Ukrainisch:

Ще не вмерла України і слава, і воля,
Ще нам, браття-українці, усміхнеться доля.
Згинуть наші воріженьки, як роса на сонці.
Запануєм і ми, браття, у своїй сторонці.

|:Душу й тіло ми положим за нашу свободу,
І покажем, що ми, браття, козацького роду.:|

Станем, браття, в бій кровавий від Сяну до Дону
В ріднім краю панувати не дамо нікому;
Чорне море ще всміхнеться, дід Дніпро зрадіє,
Ще у нашій Україні доленька наспіє.

|:Душу, тіло ми положим за нашу свободу,
І покажем, що ми, браття, козацького роду.:|

А завзяття, праця щира свого ще докаже,
Ще ся волі в Україні піснь гучна розляже,
За Карпати відоб’ється, згомонить степами,
України слава стане поміж народами.

|:Душу, тіло ми положим за нашу свободу.
І покажем, що ми, браття, козацького роду.:|

Taras Shevchenko –

- Zapovit - Vermächtnis / Testament
«...І у великій новій сім’ї, сім’ї вільних, м’якими, добрими словами думай і про мене.»
„... Und in der großen neuen Familie, der Familie der Freien, mit leisen, gütigen Worten gedenke auch meiner.“
Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren/taras-schewtschenko
Shevchenko's „Testament" Zapovit: verfasst von Taras Shevchenko, Weihnachten 1845 in Perejaslaw (Ukraine)

Taras Shevchenko (25.2.1814 – 10.3.1861) war der bedeutendste ukrainische Lyriker 

Das Vermächtnis Taras Shevchenko
Wenn ich sterbe, so bestattet
Mich auf eines Kurhans Zinne,
Mitten in der breiten Steppe
Der geliebten Ukraine, –
Daß ich grenzenlose Felder
Und den Dnipr und seine Schnellen
Sehen kann und hören möge
Das Gebraus der großen Wellen.

Wenn sie von der Ukraine
Schwemmen fort ins Meer und schleppen
Feindesblut und Feindesleichen,
Dann verlaß’ ich Berg und Steppen,
Schwinge bis zum Gott empor mich
Von dem Sturme hingerissen
Um zu beten, – doch bis dahin
Will von keinem Gott ich wissen.

Ja, begrabt mich und erhebt euch,
Und zersprenget eure Ketten,
Und mit schlimmem Feindesblute
Möge sich die Freiheit röten!
Und am Tag, der euch die Freiheit
Und Verbrüderung wird schenken,
Möget ihr mit einem stillen,
Guten Worte mein gedenken.

oder Zitat letzte vier Zeilen:
Und in der großen neuen Familie,
der Familie der Freien,
mit leisen, gütigen Worten
gedenke auch meiner.

Zapovit
Як умру, то поховайте
Мене на могилі
Серед степу широкого
На Вкраїні милій,
Щоб лани широкополі,
І Дніпро, і кручі
Було видно, було чути,
Як реве ревучий.
Як понесе з України
У синєє море
Кров ворожу… отойді я
І лани і гори —
Все покину, і полину
До самого Бога
Молитися… а до того
Я не знаю Бога.
Поховайте та вставайте,
Кайдани порвіте
І вражою злою кров’ю
Волю окропіте.
І мене в сем’ї великій,
В сем’ї вольній, новій,
Не забудьте пом’янути
Незлим тихим словом.

Тарас Шевченко Заповiт Taras Shevchenko Zapovit – Das Vermächtnis

Jurij Andruchowytsch

„It's the subjugation of the entire world, it's communism, it's the immortality of mummies in mausoleums. It is the radiance of suns and rulers. It's a tower that takes ten thousand years to build. It's the might of armies, it's the burning of witches, it's the movement of people, continuous and unifying. It's the great copulation of nations, it's the swallowing of the smaller ones by the bigger ones, of the weaker ones by the stronger ones.“

„Es ist die Unterjochung der ganzen Welt, es ist der Kommunismus, es ist die Unsterblichkeit von Mumien in Mausoleen. Es ist das Strahlen von Sonnen und Herrschern. Es ist ein Turm, dessen Bau zehntausend Jahre dauert. Es ist die Macht von Armeen, es ist das Verbrennen von Hexen, es ist die Bewegung von Menschen, kontinuierlich und einigend. Es ist die große Kopulation der Völker, es ist das Verschlucken der kleineren von den größeren, der schwächeren von den stärkeren.“

Original: (uk) Це підкорення світу, це комунізм, це безсмертя мумій у мавзолеях. Це сяйво сонць і правителів. Це вежа, яку будують десять тисяч років. Це сила армій, це спалення відьом, це рух народів, постійний та об'єднавчий. Це велике злягання народів, це поглинання менших більшими, слабших сильнішими.

Quelle: https://beruhmte-zitate.de/autoren/jurij-andruchowytsch/

Jurij Andruchowytsch (ukrainisch Юрій Ігорович Андрухович; wiss. Transliteration Jurij Ihorovyč Andruchovyč; * 13. März 1960 in Stanislaw, Ukrainische SSR) ist ein ukrainischer Schriftsteller, Dichter, Essayist und Übersetzer. Er gilt zu Beginn des 21. Jahrhunderts als eine der wichtigsten kulturellen und intellektuellen Stimmen seines Landes. Andruchowytschs Werke werden international übersetzt und verlegt.



Walentyn Sylvestrow

valentin silvestrov – dedication symphony (gidon kremer, kremerata baltica) – part 4

Walentyn Wassylowytsch Sylwestrow (ukrainisch Валентин Васильович Сильвестров, wiss. Transliteration Valentyn Vasyl’ovyč Syl’vestrov; * 30. September 1937 in Kiew, Ukrainische SSR) ist ein ukrainischer Komponist.

am 4. März 2022 wird im Rahmen des „Sternzeichen“-Symphoniekonzerts in der Düsseldorfer Tonhalle das „Intermezzo“ aus der 6. Symphonie von Walentyn Sylwestrow aufgeführt.
Orchestermitglieder sind unter anderem: Andrii Murza (Geiger aus Odessa, Ukraine) und Yuri Bondarev (Bratscher aus Sankt Petersburg, Russland)
Tonhalle Düsseldorf 4. März 2022

Narodowy Chór Ukrainy „DUMKA“

National Academic Choir of Ukraine „Dumka“
DIES IRAE und SANCTUS – aus: „Messa da Requiem“ (1874), Komponist: Giuseppe Verdi

live-Mitschnitt Amsterdam ConcertGebouw, (Fragmente)
National Academic Choir of Ukraine „Dumka“

Jana ca. 6 J. Wir flüchten und verstecken uns vor dem Krieg

Wir flüchten und verstecken uns vor dem Krieg … (Jana, ca. 6 J.)

Danko Handrick, ARD-Morgenmagazin-Reporter, 3.3.2022: … besonders, wie Kinder hier ihre Situation beschreiben, bewegt mich: „Wir flüchten und verstecken uns vor dem Krieg in einem anderen Land. Ich habe Angst um alle die noch dort sind in Iwano-Frankiwsk. Die können alle vernichtet und umgebracht werden.“, und dann sagt Jana noch: „Wir haben alle Angst.“

Jana, ca. 6 J.

Velke Slemence, ein Dorf ganz im Osten der Slowakei, wird von der EU-Außengrenze zur Ukraine durchschnitten. Unser MOMA-Reporter besuchte das Dorf, das plötzlich den Krieg vor der Haustür hat.

Janas Heimatstadt:

Iwano-Frankiwsk: Iwano-Frankiwsk (ukrainischІвано-Франківськ; russisch Ивано-Франковск Iwano-Frankowsk, polnisch Stanisławów, deutsch Stanislau, bis 1962 Stanislaw Станислав, ukrainisch Stanyslawiw Станиславів) ist die Gebietshauptstadt der Oblast Iwano-Frankiwsk in der Westukraine. Die Universitätsstadt liegt im Karpatenvorland, das zur historischen Landschaft Galizien gehört.

Am 24. April 2018 wurde die Stadt mit dem Europapreis für ihre herausragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet[16].

Während des Russischen Überfalls auf die Ukraine wurde am 24. Februar 2022 ein Luftschlag auf eine Luftbasis in Iwano-Frankiwsk verübt.[

Zu den bekannten zeitgenössischen Persönlichkeiten der Stadt gehören u. a. die Schriftstellerin Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch (* 1948) und der Schriftsteller Jurij Andruchowytsch (* 1960). Weitere Persönlichkeiten der Stadt


Antolii, 5-j. Junge aus Charkiw (Ostukraine) mit Mutter und Oma nach 1000 km Flucht in Nowojaworiwsk (Westukraine) nach vier Tagen erschöpft und geschockt angekommen: „Die haben meinen Kindergarten zerstört und mein ganzes Spielzeug ist kaputt und die Buntstifte.“

Maria Ovsiannikova Antikriegsaktivistin im Russischen Staats-TV

Maria Ovsiannikova hält plötzlich ihr „NO WAR“-Plakat in die russischen Staats-TV-Nachrichten, 14.3.2022, 19 h MEZ
Maria Ovsiannikova hat ihre Antikriegsaktion auf ihrem Twitteraccount per Video angekündigt, mittlerweile ist sie verhaftet worden … wo ist sie? wie geht es ihr?: Nach 14-stündigem Verhör und Geldstrafe von 30.000 Rubel (226 Euro) erst einmal „auf freiem Fuß“

Ist Marina Owsjannikowa doch keine Heldin?
Warum schweigt Owsjannikowa über russische Verbrechen?
Szczepan Twardoch (FAZ, 14.04.2022, https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/tv-protest-in-russland-owsjannikowa-schweigt-ueber-verbrechen-17956459.html ):
… Ich war überrascht, in der Tageszeitung „Die Welt“ auf Marina Ow­sjannikowa zu stoßen. Dennoch war ich gespannt auf ihren ersten Text. Schließlich hatte ich kürzlich Masha Gessens großartigen Artikel im „New Yorker“ gelesen. Sie schreibt darin über russische Freunde, die aus Protest und Widerstand gegen die russische Invasion in Scharen ihr Land verlassen. Gessen erwähnt dort viele unterschiedliche Haltungen, vor allem aber das Schuldgefühl gegenüber den Opfern des Krieges, die Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht und die Versuche der Menschen, mit Schuld und Hilflosigkeit zurechtzukommen. Meine anfängliche Neugier auf Owsjannikowas Text verwandelte sich im Laufe der Lektüre zunächst in Verwunderung, dann in Empörung und Zorn – denn was sie schreibt, ist in seiner Ich-Bezogenheit geradezu abstoßend.
Owsjannikowa schreibt über die Un­annehmlichkeiten, die ihr nach ihrer Antikriegsdemonstration im Putin’schen Fernsehen, in dem sie jahrelang gearbeitet hat, entgegenschlagen. Da hat dieser Funktionärin des Propagandaapparats je­mand die Reifen zerstochen, man will ihr kein Hundefutter mehr verkaufen, und ihre Mitgliedskarte im Schwimmbad wurde gesperrt.
Unanständig wird dieser Text erst durch das was er nicht enthält. Kein Wort findet sich über die russischen Kriegsverbrechen in Butscha, Irpin und anderen Vororten von Kiew. Wenn sie von ihrem Leiden spricht, ohne die Verbrechen mit einem einzigen Wort zu erwähnen, dann ist das eine Verhöhnung aller Opfer dieses Krieges …

Stefania „An die Mutter“, Oleh Psiuk (Text), Ivan Klymenko (Komposition) – Kalush Orchestra

Gewinner beim Eurovision Song Contest 2022 in Turin am 14. Mai – Kalush Orchestra mit live gespieltem Song „Stefania“
hier das offizielle Video mit Sequenzen von Kinder-Rettungsaktionen der Mütter in der von Russen in Angst und Schrecken und Leid gebombten Ukraine

Text deutsche Übersetzung
[Refrain] Mutter Stefania, Mutter Stefania
Das Feld blüht, doch ihr Haar wird grau
Mutter, sing mir das Wiegenlied
Ich will dein liebes Wort hören [Refrain Ende]
Sie hat mich als Baby geschaukelt, sie gab mir einen Rhythmus,
Und Willenskraft kannst du mir nicht nehmen, die hab‘ ich von ihr
Ich glaube, sie wusste mehr als König Salomon.
Ich werde immer meinen Weg nach Hause finden, auch wenn alle Straßen zerstört sind
.
Sie würde mich nicht wecken, selbst wenn es draußen stürmte
Oder wenn es zwischen ihr und Großmama stürmte,
Sie vertraute mir mehr als allen anderen.
Selbst wenn sie müde war, schaukelte sie mich einfach weiter.
Lully-Lully-Lullabay [Refrain]…

Ich bin kein Kind mehr, aber sie wird mich immer wie eines behandeln
.
Ich bin kein Kind mehr, aber sie macht sich immer Sorgen um mich,
immer wenn ich weg bin
.
Mutter, du bist noch jung. Wenn ich deine Güte nicht zu schätzen weiß, bewege ich mich auf eine Sackgasse zu
Aber meine Liebe zu dir hat kein Ende. [Refrain]…
Übersetzung

Lyrics Ukrainisch/Englisch
Стефанія мамо мамо Стефанія,
Розквітає поле, а вона сивіє,
Заспівай мені мамо колискову
Хочу ще почути твоє рідне слово.
Вона мене колисала дала мені ритм і напевне силу волі не
забрати в мене бо дала вона
Напевне знала може більше і від соломона, ломаними
дорогами прийду я завжди тебе
Вона не розБудить не будить, мене в сильні бурі
Забере в бабулі 2 дулі, ніби вони кулі
Дуже добре знала мене не була обманута, як була дуже
втомлена, гойдала мене в такт
Стефанія мамо мамо Стефанія,
Розквітає поле, а вона сивіє,
Заспівай мені мамо колискову
Хочу ще почути твоє рідне слово.
Я не в пеленах но ма, но ма, хватить,
як би я не виріс на виріст, за речі платить Я не мала дитина,
вона далі нерви тратить, я гуляв, шлях би тебе трафив,
Ти все молода о мамо на піку, якщо не ціню опіку на піку слави мені втупіку
Забивайте піку цю піку я би попік спік, своєю любов‘ю
Стефанія мамо мамо Стефанія,
Розквітає поле, а вона сивіє,
Заспівай мені мамо колискову,
Хочу ще почути твоє рідне слово

Mother Stephania Stephania mother
The field is blooming, but her hair is getting grey
Mother, sing me the lullaby
I want to hear your dear word
She was rocking me as a baby, she gave me a rhythm,
And you can‘t take willpower from me, as I got it from her
I think she knew more than King Solomon.
I‘ll always find my way home, even if all roads are destroyed
She wouldn‘t wake me up even if there was a storm outside
Or if there was a storm between her and grandma,
She trusted me over everyone else
Even when she was tired, she just kept rocking me
Lully-lully-lullaby
Mother Stephania Stephania mother
The field is blooming, but her hair is getting grey
Mother, sing me the lullaby
I want to hear your dear word
I‘m not a kid anymore, but she will always treat me like one
I‘m not a kid anymore, but she keeps worrying about me,
anytime I‘m out
Mother, you are still young. If I don‘t appreciate your kindness, I‘m moving towards a dead-end
But my love for you has no end.
Mother Stephania Stephania mother
The field is blooming, but her hair is getting grey
Mother, sing me the lullaby
I want to hear your dear word

Komposition & Text: Ivan Klymenko / Oleh Psiuk / Ihor Didenchuk / Tymofii Muzychuk / Vitalii Duzhyk
Text/Übersetzung

der 14. Mai 2022 ist

ein musikalischer Sieg der Ukraine beim Eurovision Song Contest mit dem Kalush Orchestra und dem Song „Stefania“, gevotet mit insgesamt 631 Punkten von den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Jurys aus 40 (meist europäischen) Ländern: Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Australien, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Island, Israel, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Moldau, Montenegro, Niederlande, Nordmazedonien, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ukraine, Vereinigtes Königreich, Zypern.

Den Song hat Oleh Psiuk als persönliches Lied „an seine Mutter“ komponiert, das war vor dem Krieg. Worte wie „Ich werde immer zu dir kommen, auch wenn alle Straßen zerstört sind“ erlangt in der Aktualität eine traurige Dimension.

Das Aalto-Theater in Essen startet diesen Aufruf vor der Opernaufführung ARABELLA: „Liebes Publikum, wir sind schockiert über die aktuelle Entwicklung in der Ukraine und in Gedanken bei all den Menschen, die nun in Angst leben … Als Kunstschaffende … möchten wir deutlich zum Ausdruck bringen: In unserem Demokratieverständnis hat Gewalt keinen Platz. Wir sagen Nein zum Krieg, wir sagen Ja zum Frieden!

am Abend des Sieges der Ukraine beim ESC in Turin – im Aalto-Theater in Essen Spendenaufruf für die Ukraine

russische Kriegsverbrechen in der Ukraine

heute-journal 8. März 2022, 22 Uhr
Christian Sievers: „Das Bild geht um die Welt. Auf der Titelseite der New York Times. Es zeigt Ukrainische Soldaten, die einer Familie zu Hilfe kommen, nachdem diese von einem russischen Mörserangriff getroffen wurde an einer Brücke bei Kiew [Dorf Irpin]. Und die dann feststellen, sie können nichts mehr tun. Eine Mutter, ihr Sohn im Teenageralter und ihre Tochter, ungefähr 8 Jahre alt, getroffen, getötet auf der Flucht.
Das Bild hat Lynsey Addario gemacht – Kriegsfotografin an den schwierigsten Orten dieser Welt, Pulitzer-Preisträgerin für ihr Werk, und jetzt bei uns. Können Sie uns die Situation beschreiben, Sie waren ja unmittelbar dabei.“
Addario: „… Ich bin seit drei Wochen hier vor Ort und ich habe immer wieder gehört, dass Leute über die Brücke kommen. Und ich bin sehr früh morgens dort hingegangen. Und ich dachte, dass ich dort einfach dokumentieren kann, wie die Leute über die Brücke kommen. Wenige Minuten danach habe ich gesehen, dass Granaten abgeworfen wurden. Ich dachte, dass man zielt auf eine Basis des ukrainischen Militärs, das in der Nähe ist. Und das wurde auch dokumentiert von den Journalisten, dass das jetzt die Route ist für Zivilisten zur Evakuierung. Da waren auch ukrainische Soldaten auf der Brücke, die geholfen haben, das Gepäck zu tragen. Also, die erste Runde der Granaten kam und ganz langsam haben wir gemerkt, dass die immer näher an die Zivilisten kamen, die dort gelaufen sind. Ich hab‘ mich geduckt und wollte mich schützen und jedes Mal wenn ich hochgeschaut habe sah ich wieder etwas. Und dann hab‘ ich wieder ein Foto gemacht und plötzlich sah ich Kinder und es flogen Granaten über die Köpfe dieser Kinder, vielleicht 20 m von mir entfernt, wenn nicht noch näher. Und dann sah ich diese Familie, eine ukrainische Familie. Da war natürlich Chaos in diesem Moment. Wir stoppten und dann haben die Sicherheitsleute gesagt, da ist diese Familie, eine Frau und ihre beiden Kinder und dann hatten die noch einen Freund der Familie, der wollte sie in die Sicherheit bringen und begleiten.“
Sievers: „Hatte diese Familie, die auf der Flucht war, überhaupt eine Chance, diesem Bombardement zu entgehen?“
Addario: „Einige Familien hatten Glück und kamen raus. Die Familie auf dem Foto hat leider nicht überlebt. Die Mutter und die beiden Kinder haben es nicht überlebt.“
Sievers: „Frau Addario, haben sie überlegt, ob sie so eine Situation fotografieren sollten oder ob sie so eine Situation überhaupt fotografieren dürfen?“
Addario: „Natürlich, ich bin selbst Mutter und ich habe Kinder. Und ich habe Szenen schon erlebt und gesehen, und ich habe diese leblosen Körper gesehen, die der Kinder, es war ganz furchtbar. Ich dachte aber auch, dass dieses Foto Zeugnis eines Kriegsverbrechens ist, und dass ich das Foto machen soll. Diese Menschen, unschuldige Zivilisten, wurden angegriffen.“
Sievers: „Sie sagen Kriegsverbrechen, Zeugnis eines Kriegsverbrechens. Was sagt dies über die Behauptung von Putin aus, Zivilisten seien keine Ziele seines Krieges.“
Addario: „Ich denke, dass ich seit über 20 Jahren als Kriegsreporterin arbeite, ich bin selbst schon beschossen worden, ich war in gefährlichen Situationen, hab‘ viele schlimme Dinge gesehen, ich war überall in der Welt, auch in Afghanistan schon tätig – aber das war eine Situation – wo Zivilisten das Ziel waren und die Granaten wurden auf die Zivilisten geworfen, das war das Ziel – die Zivilisten.“
Sievers: „Sagt Lynsey Addario, Fotojreporterin für die New York Times, aktuell in der Ukraine. Frau Addario vielen Dank und alles Gute für Sie.“
„Die Fotos von Lynsey Addario dürften auch den General-Bundesanwalt in Karlsruhe interessieren. Seine Behörde sammelt seit heute systematisch Informationen über mögliche russische Kriegsverbrechen in der Ukraine. Die Ermittler haben dafür – so sagen sie – bereits konkrete Anhaltspunkte. Und es gibt Strafanzeigen, in denen gefordert wurde, Russlands Präsidenten Putin zur Verantwortung zu ziehen. Wie aussichtsreich so etwas ist, was es bringt und was passiert, wenn sich die Politik am Ende mit diesem Putin doch wieder an einen Tisch setzen wird bzw. muss …“

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/heute-journal-vom-08-03-2022-100.html

7. März 2022 – durch Granaten gezielt getöte ukrainische Familie nähe Kiew, Brücke, Dorf Irpin_FOTO LYNSEY ADDARIO
Lynsey Addario – Kriegsberichterstatterin – Fotografin

dokumentierte massenhafte Beweise von Kriegsverbrechen: russische Soldaten vergewaltigen
Die von russischen Soldaten im Namen von Kreml-Chef Wladimir Putin in der Ukraine begangenen Kriegsverbrechen reißen nicht ab – vielmehr werden immer bestürzendere Details zu den Gräueltaten bekannt. Das neueste Kapitel zu den massenhaft begangenen Vergewaltigungen im Ukraine-Krieg schlägt nun ein Tondokument auf, das der ukrainische Geheimdienst nach einer Abhöraktion veröffentlichte.
Soldaten-Telefon abgehört: Ehefrau erlaubt Putin-Soldat Vergewaltigung in Ukraine-Krieg
Der vom ukrainischen Sicherheitsdienst aufgenommene Audio-Clip wurde jüngst beim Messenger-Dienst Telegram veröffentlicht und inzwischen mehr als 1,4 Millionen mal aufgerufen. Die Aufnahme stammte demnach aus einer Abhöraktion, bei der ein Telefongespräch zwischen einem russischen Soldaten und dessen Ehefrau angezapft wurde. In dem nur 30 Sekunden währenden Gespräch ist zu hören, wie die Frau ihrem im Ukraine-Krieg eingesetzten Soldatenehemann die Erlaubnis erteilt, ukrainische Zivilistinnen zu vergewaltigen.
„Diese schockierende Aufnahme zeigt die moralischen Werte nicht nur der Besatzer, sondern auch ihrer Verwandten, von denen 80 Prozent den Krieg in der Ukraine unterstützen“, schrieb der Geheimdienst in dem Begleitpost zu dem Audio-Dokument. Zu Beginn des abgehörten Telefonats hört man eine Frauenstimme sagen „Ja, tu es. Die ukrainischen Frauen dort. Vergewaltige sie. Ja. Erzähl mir nichts davon, verstehst du?“. Um sich zu vergewissern antwortet die Männerstimme mit den Worten „Also ich soll vergewaltigen und dir nichts davon sagen?“, worauf die Gefragte bejaht und hinzufügt „Ja, ich erlaube es dir. Aber benutz ein Verhütungsmittel.“
Die fassungslos machenden Enthüllungen aus der russischen Armee schließen sich nahtlos an an Berichte über Vergewaltigungen, Morde und andere Kriegsverbrechen, die seit Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine tagtäglich geschehen.Zuletzt war es eine 50-jährige Ukrainerin, die ihr Martyrium in ihrem Heimatort durch Putins Soldaten in einem TV-Interview schilderte.Zudem machten Berichte über die Vergewaltigung von Kindern und alten Frauen die Runde, bei denen nicht nur eine schwangere 16-Jährige und eine 78-jährige Seniorin, sondern auch ein erst elf Jahre alter Junge vor den Augen seiner Mutter geschändet wurde. Nicht minder entsetzlich las sich die Meldung, ein russischer Soldat habe sich beim sexuellen Missbrauch eines ukrainischen Babys gefilmt und die kinderpornografische Aufnahme an seine Armeekameraden verteilt.
Quelle: https://www.news.de/politik/856226076/russischer-soldat-bekommt-vergewaltigungserlaubnis-von-ehefrau-telefongespraech-belegt-geplante-vergewaltigung-in-ukraine-krieg/1/

„Eine Kultur der Kriegsverbrechen“
David Petraeus ~ Der ehemalige US-General über die neue Offensive der Russen, Gräueltaten und die Chancen auf einen Militärputsch gegen Putin. (getippter) Interview-Auszug, RHEINISCHE POST 22.4.2022, Jan Dirk Herbermann

PETRAEUS (auf die Frage: Können Sie sich einen Militärputsch vorstellen, um Putin zu stürzen und den Krieg zu beenden?): Das kann ich mir vorstellen, ja. Aber ich rechne im Moment nicht damit. Wladimir Putin muss zu den paranoidesten Führern der Welt gehören, und ich bin sicher, dass er einen enormen Sicherheitsapparat um sich herum hat, zusätzlich zu loyalen Untergebenen, die die größeren Sicherheitsorganisationen leiten. Abgesehen davon gibt es aber in der Geschichte Russlands Umwälzungen während Konflikten, wie die Februarrevolution und die Oktoberrevolution vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs. Das sollten wir nicht vergessen. Es ist auch denkbar, wenn auch vielleicht nicht wahrscheinlich, dass die russischen Streitkräfte mit der Zeit einfach an Effektivität verlieren. Napoleon stellte fest, dass die Moral im Verhältnis zum Körperlichen so wichtig ist wie drei zu eins, und die Ukrainer, die immerhin um ihr Überleben und ihre Unabhängigkeit kämpfen, sind in Bezug auf die wichtigste Eigenschaft bei solchen Unternehmungen – das Herz – weitaus beeindruckender.
PETRAEUS (auf die Frage: … Stellen Kriegsverbrechen einen wesentlichen Bestandteil der russischen Militärdoktrin dar, …): Die russische Armee scheint eine Kultur errichtet zu haben, die sich durch häufige und wiederholte Kriegsverbrechen auszeichnet: Tötung und Vergewaltigung unschuldiger Zivilisten, Tötung und Misshandlung von Kriegsgefangenen und Häftlingen, Zerstörung der zivilen Infrastruktur, gezielte Angriffe auf zivile Einrichtungen wie den Bahnhof in Kramatorsk, die Entbindungsklinik in Mariupol und so weiter. Solche Aktionen sind barbarisch, sie scheinen die Regel und nicht die Ausnahme zu sein. Im Zeitalter allgegenwärtiger Smartphones, kommerzieller Satellitenbilder und sozialer Medienplattformen werden die unsäglichen Taten der russischen Truppen sehr deutlich dokumentiert und können nicht geleugnet oder bestritten werden. Diese Attacken der russischen Soldaten sind auch sehr, sehr töricht. Die Taten verstärken den Hass der Ukrainer auf die Russen und tragen dazu bei, dass sich ein starker ukrainischer Nationalismus und eine Ablehnung Russlands ausbreiten. Ironischerweise hat Putins Entscheidung, in die Ukraine einzumarschieren, mehr dazu beigetragen, den ukrainischen Nationalismus zu schüren und zu fördern, als jede andere Entwicklung in der postsowjetischen Ära.

RP, Lori Hinnant, Mstyslav Chernov und Vasilisa Stepanenko, Mariupol/Lwiw
FOTO: A. ALEXANDROV/DPA
Textauszüge: Wie festgefroren stand Oksana Sjomina im Keller des Theaters von Mariupol, das Dröhnen der gewaltigen Explosion noch in den Ohren. Sie trug nur einen Bademantel, ihre Haare waren bedeckt mit Staub und weißem Putz. Ihr Mann zerrte an ihrem Arm, um sie Richtung Treppe zu hiehen, erinnert sich Sjomina heute. Inständig habe er sie gebeten, bloß die Augen icht aufzumachen. Bis heute wünscht sie, sie hätte sich daran gehalten. Überall lagen Leichen: Männer, Frauen, Kinder. Sjomina sagt, sie habe über die Toten steigen müssen, um aus dem Gebäude zu kommen … Blindlings rannten Sjomina, ihr Mann und 30 andere aus dem Gebäude und Richtung Asowsches Meer. Acht Kilometer lang seien sie die Küste entlanggelaufen, ohne ein einziges Mal stehenzubleiben, nur weit weg von dem Theater. „All die Leute sind immer noch unter den Trümmern, denn die Trümmer sind noch da“, sagt Sjomina und vergießt bei der Erinnerung daran Tränen. „Das ist ein einziges großes Massengrab.“
Am 15. März, einen Tag vor dem Angriff, hatten gut 1200 Menschen auf engstem Raum dort Schutz gesucht, wie Überlebende schhätzten. Die Zahl der Opfer könnte also auch noch höher [als 600] liegen. Genau wird man das wohl nie wissen. Denn Leichen sollen von russischen Soldaten weggebracht oder von der Wucht des Bombeneinschlags regelrecht pulverisiert worden sein …
Ohne Zugang zum Ort des Geschehens seien Zeugenaussagen, Videos und Fotos eigentlich der einzige Weg, um den Vorwurf eines Kriegsverbrechens zu klären, sagt US-Experte Clint Williamson. Nur eine Woche vorher war die Entbindungsklinik in Mariupol ebenfalls von einem russischen Luftangriff getroffen worden. Zwei schwangere Frauen wurden von dort in das Theater gebracht. Gemeinsam mit Familien mit Kindern bekamen sie die komfortabelsten Umkleiden in einem Obergeschoss des Theaters. Für sie war es am Ende das Todesurteil …
Maria ging noch einmal nach draußen, um nach ihrem Onkel zu suchen. Draußen hörte sie die russischen Kampfjets, die vom Meer aus auf das Stahlwerk Azovstal zuflogen. Dann ein weiteres Flugzeug, viel näher und eine Explosion. Es war ungefähr 10 Uhr morgens. Maria Kutnjakowa sah, wie Rauch aufstieg vom Platz mit dem Theater, in dem sie ihre Familie zurückgelassen hatte. Ein großer Teil des Dachs war heruntergestürzt von der einen Meter dicken Mauer, neben der bis vor Kurzem noch die Feldküche aufgebaut war, war nur noch Staub übrig. Neben der Feldküche, in der sich zu diesem Zeitpunkt nach Berichten von Augenzeugen mindestens 100 Menschen aufhielten, traf der russische Luftangriff auch die Bühne direkt. Munitionsexperten gehen angesichts des Ausmaßes der Zerstörung von einer 500 Kilogramm schweren Bombe aus. Maria Kutnjakowa rannte gegen den Strom der Flüchtenden in das Gebäude. Irgendwie fand sie in dem Chaos ihre Schwester, die es in den Keller geschafft hatte und dort mit Putz bedeckt am Treppenaufgang stand, mit einer Katze in der Hand. Ihre Mutter gelangte über einen Seitenausgang mit 50 anderen in den angrenzenden Saal der Philharmonie, der wenig später ebenfalls unter Beschuss geraten würde …
Julia Maruschnenko … war geschult in Erster Hilfe und eilte schnell herbei, doch mit ihrem gut gefüllten Erste-Hilfe-Kasten konnte sie wenig ausrichten. Abgetrennte Gliedmaßen lagen herum, Knochen standen heraus. Die meisten Schwerverletzten seien entweder gleich dort gestorben oder in den Tagen danach, denn medizinische Versorgung gab es kaum, sagt maruschnenko. Gemeinsam mit zwei Polizisten zog sie Menschen aus den Trümmern, die letzte Person gegen 16 Uhr. Ihr Name war Nadia. Sie habe Sohn und Mann verloren, sagte Nadia, im Arm hielt sie noch Gloria, den Dackel ihres Sohns, der mit ihr überlebte. Nadia bar ihre Helfer, sich um Gloria zu kümmern und kam ins Krankenhaus. Was aus ihr wurde, wisse sie nicht, sagt Maruschnenko – aber den Hund habe sie noch: „Falls Nadia überlebt hat, sagt ihr, Gloria geht es gut.“

putinskrieg visuell

gedankengebilde

ohne titel

ich schau in den paradiesischen garten
sattes grün wohin die augen blicken
die kastanienkerzen, überreif,
drücken die äste ‘gen boden
das neue leben ist nicht aufzuhalten
hier

und dort

neues leben wird vernichtet
altes leben wird vernichtet
alles wird vernichtet
blühend ist dort der tod
gebracht von lebenden,
die unterscheiden
zwischen ihrem und dem leben anderer
sie wollen leben und töten
sie müssen leben und müssen töten
sie sind fremdgesteuert
sie sind fremdgebraint
ihr menschlicher instinkt: ausgelöscht

aber

SIE werden nicht spurlos an ihnen vorbeigehen,
die von ihnen getöteten
babys
mädchen
jungen
frauen
männer
alten

SIE werden in deren gebrainten köpfen
unaufhörlich salven der anklage
einbrennen
SIE werden bewirken, dass die mörder
keine ruhige minute mehr haben
IHRE todesschreie werden der antrieb
des blutflusses in deren adern sein
IHRE von todesangst gezeichneten gesichter
werden sich in deren köpfen einnisten
und aus deren gesichtern fratzen formen
worauf sie gezeichnet sein werden
deren leben lang
so sie überhaupt lang leben
so sie nicht der tod selbst
auf dem schlachtfeld trifft,
auf dem schlachtfeld,
das sie selbst perfide bereitet haben
nun
für
sich

die

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l
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ö
r
d
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und der wahre vernichter? er wird sich selbst vernichten, auf dem schlachtfeld seiner ideologie

1. Mai 2022, 10:53, IdSm, nach dem Lesen „Eine Linie überschritten – TANZ – Putins Angriff auf die Ukraine erschüttert die Welt des Balletts – DER SPIEGEL Nr. 18 / 30.4.2022, S. 111ff, Elisa von Hof
Kategorie: Anlässe, Gegenwart, Krieg, Musik, Zeitgeschehen

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Meine Geburts- und Heimatstadt ist Wien an der Donau. Die Welt erschloss sich mir weiter am Rhein ~ in meinen Lebensentwürfen mit Menschen meiner Liebe. Mitteilen und Teilen in und mit POETRY-SIGHTS, das ist, was mich antreibt, die Seite hier zu betreiben für alle, die Sinn dafür haben.

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