Abschied und Vermächtnis, Anlässe, Frauen, Frauen und ihre Geschichte, Musik
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A quoi ça sert l’amour ~ Sie beschert uns Freude mit Tränen in den Augen, sie ist traurig, wundervoll.

Edith Piaf - ohne Liebe ist man nichts

À quoi ça sert l’amour

[Für:] Édith Piaf: „Das Wunderbare, das Traurige, das Tragische, das Besondere.“

Édith Piafs letzte Liebe: Théo Sarapo (Theophanis Lamboukas), den sie am 9. Oktober 1962 heiratet, sie ist 47 Jahre alt, er 26 Jahre. Sie treten als Duo auf „À quoi ça sert l’amour ?“. Er ist für sie, die schwer krank ist, bis zu ihrem Tod da, ein Jahr nach der Hochzeit, am 10. Oktober 1963, stirbt sie.

Édith und Théo mit À QUOI ÇA SERT L’AMOUR ein Konzertausschnitt vom 14. Dezember 1962 in Nimègue

À quoi ça sert l’Amour ?
À quoi ça sert l’Amour ?On raconte toujoursDes histoires insensées

À quoi ça sert d’aimer ?

L’Amour ne s’explique pas
C’est une chose comme ça
Qui vient on ne sait d’où
Et vous prend tout à coup

Moi, j’ai entendu dire
Que l’Amour fait souffrir
Que l’Amour fait pleurer
À quoi ça sert d’aimer ?

L’Amour, ça sert à quoi ?
À nous donner d’la joie
Avec des larmes aux yeux
C’est triste et merveilleux

Pourtant, on dit souvent
L’Amour c’est décevant
Il y en a un sur deux
Qui n’est jamais heureux

Même quand on l’a perdu
L’Amour qu’on a connu
Vous laisse un goût de miel

l’amour c’est éternel!
Tout ç a c’est très joli
mais quand tout est fini
qu’il ne vous reste rien
qu’un immense chagrin
tout ce qui maintenant
te semble déchirant
demain sera pour toi
un souvenir de joie.

En somme si j’ai compris
sans amour dans la vie
sans ses joies ses chagrins
on a vécu pour rien
Mais oui, regarde moi
à chaque fois j’y crois
et j’y croirai toujours
ça sert à ça l’amour.
Mais toi, t’es le dernier
mais toi, t’es le premier
avant toi il y’avait rien
avec toi je suis bien
C’est toi que je voulais
c’est oi qu’il me fallait
toi, qui j’aimerai toujours
ça sert à ça l’amour.

Warum braucht man die Liebe?Man erzählt immerunsinnige Geschichten –

Lieben – wozu?

Liebe kann man nicht erklären,
das ist so eine Sache.
Woher? – Man weiß es nicht.
Sie ergreift dich ganz plötzlich.

Aber ich habe sagen hören,
dass die Liebe leiden lässt,
dass die Liebe weinen lässt.
Lieben? – wozu?

Die Liebe – wozu braucht man sie?
Sie beschert uns Freude
mit Tränen in den Augen ….
sie ist traurig — wundervoll.

Und doch sagt man oft,
dass Liebe enttäuscht,
jeder Zweite ist nie wirklich glücklich
die Liebe – nie vollkommen.

Die Liebe, die man gekannt hat,
selbst wenn sie verloren ist,
hinterlässt sie einen bittersüßen Geschmack.

Die Liebe – sie ist ewig.
All das ist sehr süß,
aber wenn es vorbei ist,
so dass nichts übrig bleibt
außer tiefem Schmerz,
All das, was dich jetzt
zu zerreißen scheint,
ist morgen für dich
eine unvergessliche, schöne Erinnerung.

Auf jeden Fall, wenn ich richtig verstanden habe:
ohne Liebe im Leben,
ohne ihre Freude, ihren Kummer
Hat man umsonst gelebt
Aber ja! Schaut mich an!
Jedes Mal glaube ich an sie.
Und ich werde immer an sie glauben
dafür ist die Liebe gut!
Aber du, du bist der letzte!
Aber du, du bist der erste
Vor dir gab es niemanden,
mit dir fühl ich mich gut!
Du bist, was ich möchte,
du bist, was ich brauche,
Du bist, was ich lieben werde …
Dafür braucht man die Liebe!

übersetzt von: Marina Noll, Debora Schulte, Adelia Panunzio, Jennifer Kuttig ~ Lyrik-Projekt der Klasse 10a, Theodor-Heuss-Realschule Lüdenscheid

 

 

. . .

1961 singt sie wieder, sie trotz der Herausforderung: Non, rien de rien: Marguerite Monnot ist in diesem Jahr gestorben, Piaf überlebt sie um zwei Jahre. MON DIEU, MON AMOUR, JE NE REGRETTE RIEN singt sie, jene Meisterwerke von Charles Dumont (Musik) und Michel Vaucaire (Text). Auf die Bitte der Piaf spielt Charles Dumont das Intro und plötzlich ertönen Gebet, Beschwörung, reiner Gesang: MON DIEU (50:40): lass‘ mir noch ein wenig meinen Liebsten (mon amoureux) ~ einen Tag, zwei Tage, acht Tage, lass‘ ihn mir noch ein wenig … erinnern Mon Dieu, lass’ mir noch einige Tage, mit denen ich noch ein wenig mein Leben anreichern kann.

„Haben Sie sich nie gefragt, zum Beispiel als Sie krank waren, dass es Grenzen gibt und dass Sie diese überschritten haben?“ „Wenn man krank ist, ist es natürlich schwer, voller Energie zu sein. Aber auch wenn mir das Schicksal ein bisschen zugesetzt hat, rapple ich mich immer wieder auf und sage mir: NICHTS DA! ICH SCHAFFE ES!“ (52:10)

„Ihr Leben ist zwar ziemlich ausschweifend und unruhig. Andere Künstler sind häuslicher. Meinen Sie, wenn Sie wieder geliebt hätten, hätten Sie jetzt ein ruhigeres Leben?“ „Vielleicht. Aber dann hätte ich dem Publikum nicht das gegeben, was ich ihnen gegeben habe. Wenn ich etwas gebe, gebe ich es ganz!“

„„Sie sparen nicht?“ „Ganz oder gar nicht“

„Weder im direkten noch im übertragenen Sinn?“ „Nein, nie!“

„Denken Sie nie an das Alter?“ „Nein. Wenn es soweit ist, sehen wir weiter.“

„Haben Sie Angst vor dem Tod?“ „Nein.“

„Haben Sie an den Tod gedacht?“ „Ja, ich habe ihn akzeptiert. Hätte ich sterben müssen, wäre ich vorbereitet gewesen.“

„Vor einem Jahr sangen Sie das Chanson ‚Non, je ne regrette rien‘ hier in St. Cologne. Dieses Chanson verstörte die Leute, weil sie dachten, Sie sängen da von sich. Sangen Sie von sich? Wenn Sie Ihr Leben betrachten, würden Sie es nochmal so leben?“ „Genau so!“

„Ihre Chansons handeln immer von der Liebe. Aber für Sie ist Liebe nicht nur ein Thema für ein Chanson. Was erwarten Sie von der Liebe, Edith Piaf?“ „Das, was sie mir gegeben hat.“ „Das heißt, dass“ „das Wunderbare, das Traurige, das Tragische, das Besondere.“ „Auch Enttäuschungen?“ „Ich bin nie enttäuscht worden.“

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Text und Interview (oben) aus einem Dokumentarfilm von ARTE FRANCE:

Sie ist eine der größten Legenden des französischen Chansons: Als 16-Jährige sang sie auf den Straßen, den Hinterhöfen und in den Kneipen von Paris. Dort wurde sie von dem Kabarettbesitzer Louis Leplée entdeckt: Edith Piaf. Der Film erzählt anhand von Archivdokumenten und ihrer Lieder Piafs Lebensgeschichte. mehr: ARTE FRANCE-Produktion

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Warum heute dieser Beitrag von mir hier auf POETRY-SIGHTS? Es ist meine Hommage an Edith Piaf, die am 19. Dezember 2015 100 Jahre alt geworden wäre. Ihre Chansons begleiten mich mein Leben lang …

Die Lieder spiegeln viele Facetten des Lebens, wie auch das Chanson DIE WEIHNACHTSSTRAßE als „Türchen des 19. Dezember” in meinem Dezemberflitter 2015.

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