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USA: Inauguration Joe Biden und Kamala Harris ~ 20. Januar 2021

Inauguration_Joe Biden_Kapitol - Flagge_20210120

Ich schwöre_Joe Biden_20210120
Joseph Robinette „Joe“ Biden, Jr., 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
«I do solemnly swear (or affirm) that I will faithfully execute the Office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States. So help me God»
«Ich schwöre (oder bekräftige) feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausführen und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften wahren, schützen und verteidigen werde.» Meistens wird noch «So help me God», also «So wahr mir Gott helfe»
Biden schwört vor dem Obersten Richter John Roberts den Amtseid auf die Bibel seiner Familie aus dem 19. Jahrhundert.

nach der Vereidigung_Joe und Jill BidenJoe Biden mit seiner Frau Jill Biden (Dr. Jill Tracy Jacobs Biden) nach der Vereidigung

so help me god_Kamala Harris“I do solemnly swear…”
Kamala Devi Harris bei der Vereidigung als Vize-Präsidentin, rechts ihr Mann Douglas Emhoff (Second Gentleman)

Ich schwöre_Kamala HarrisSo help me God”

 

And at this hour my friends democracy has prevailed“… I know speaking of unity can sound to some like a foolish fantasy these days… [… Wir sprechen von Einheit, es hört sich manchmal nach einem Traum, nach Wolkenkuckucksheim an… ~ Simultan-Übersetzung Phoenix]”

deutsche Übersetzung der Antrittsrede von Joe Biden, (rls)
„Richterin Roberts, Vizepräsidentin Harris, Sprecherin Pelosi, Fraktionsführer Schumer, Fraktionsführer McConnell, Vizepräsident Pence, meine sehr veehrten Gäste, liebe Mitbürger, dies ist der Tag Amerikas. Dies ist der Tag der Demokratie, ein Tag voll Hoffnung und Historie, ein Tag der Erneuerung und der Entschlossenheit. In einer Feuerprobe für die Geschichtsbücher wurde Amerika erneut vor eine Prüfung gestellt, und Amerika hat sich dieser Prüfung gewachsen gezeigt.
Wir feiern heute nicht den Triumph eines einzelnen Kandidaten, sondern den Triumph der Demokratie. Das Volk, der Wille des Volkes, wurde gehört, und dem Willen des Volkes wurde entsprochen. Erneut haben wir gelernt, dass Demokratie etwas Kostbares ist. Demokratie ist zerbrechlich. Und in dieser Stunde, meine Freunde, hat sich die Demokratie durchgesetzt.
An diesem ehrwürdigen Ort, an dem vor nur wenigen Tagen mit Gewalt die Grundfesten des Kapitols erschüttert werden sollten, kommen wir zusammen als eine Nation vor Gott, unteilbar, um die Macht [von einem Präsidenten zum anderen] friedlich weiterzugeben; so, wie wir es seit mehr als zwei Jahrhunderten tun.
Wenn wir nach vorn schauen, auf unsere typisch amerikanische Weise – ruhelos, mutig, optimistisch – blicken wir darauf, wie wir als Nation sein können, und sein müssen. Ich danke meinen Vorgängern aus beiden Parteien. Ich danke ihnen von ganzem Herzen. Ich weiß um die Widerstandsfähigkeit unserer Verfassung und um die Stärke unserer Nation, genau wie Präsident (Jimmy) Carter, mit dem ich gestern Abend gesprochen habe; der aber heute nicht bei uns sein kann – und vor dessen Lebensleistung ich mich verneige.
Gerade habe ich den heiligen Eid geschworen, den jeder dieser Patrioten geleistet hat. Jenen Eid, den als Erster George Washington schwor. Aber der Lauf der amerikanischen Geschichte wird nicht von einem einzigen Menschen gelenkt – unsere Geschichte hängt nicht von einigen wenigen ab, sondern von uns allen. Von den Menschen, die eine bessere, perfektere Union anstreben.
Dies ist eine große Nation, wir sind gute Menschen. Im Lauf der Jahrhunderte, durch Sturm und Streit, in Krieg und Frieden, sind wir so weit gekommen. Aber es liegt noch viel vor uns.
Mit Tempo und Dringlichkeit streben wir voran, denn in diesem tückischen Winter ist für uns viel zu tun. Es gibt viel zu heilen, viel wiederherzustellen, viel aufzubauen und viel zu gewinnen. Wenige in der Geschichte unserer Nation haben in Zeiten gelebt, die so schwierig und herausfordernd waren wie jene, die wir jetzt erleben. Ein Jahrhundertvirus schleicht lautlos durch unser Land und hat uns in einem Jahr mehr Menschenleben gekostet als der komplette Zweite Weltkrieg.
Millionen Jobs sind verloren. Hunderttausende Unternehmen sind geschlossen. Der Schrei nach Gleichbehandlung der Rassen nach mehr als 400 Jahren bewegt uns. Der Traum von der Gerechtigkeit für alle wird nicht länger aufgeschoben!
Auch der Planet selbst schreit zu uns, ein Überlebensschrei, der nicht verzweifelter oder deutlicher sein könnte. Politischer Extremismus, Rassismus und inländischer Terrorismus sind auf dem Vormarsch. Wir werden uns diesen Problemen stellen und sie besiegen.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, um die Seele Amerikas wiederherzustellen und seine Zukunft zu sichern, brauchen wir mehr als Worte. Wir brauchen das [am schwersten Fassbare] Flüchtigste überhaupt in einer Demokratie: Einigkeit.
It requires the most elusive of all things in a democracy. Unity. Unity.
Einigkeit. In einem anderen Januar, am Neujahrstag 1863, unterzeichnete Abraham Lincoln die Emanzipationsproklamation (Abschaffung der Sklaverei in den USA, d. Red.). Als er den Stift aufs Papier setzte, sagte der Präsident: „Wenn mein Name je in die Geschichte eingehen sollte, dann für dieses Gesetz, und meine ganze Seele steckt darin.“
Meine ganze Seele steckt heute darin, an diesem Januartag. Meine ganze Seele steckt darin, Amerika zusammenzubringen, unser Volk zu vereinen, unsere Nation zu vereinigen. Und ich bitte jeden Amerikaner und jede Amerikanerin, mich darin zu begleiten. Finden wir zueinander, um gegen unsere Widersacher zu bestehen: Gegen Wut, Groll und Hass. Extremismus, Gesetzlosigkeit, Gewalt, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit.
Gemeinsam können wir große und wichtige Dinge erreichen. Wir können Fehler korrigieren, können Menschen gute Jobs verschaffen, wir können unsere Kinder in sicheren Schulen ausbilden. Wir können den tödlichen Virus überwinden, die Wirtschaft und die Mittelschicht wieder aufbauen und sichere Arbeitsplätze schaffen. Wir können Rassengerechtigkeit sichern und Amerika wieder zum Anführer des Guten in der Welt machen.
Ich weiß: Wenn ich von Einigkeit spreche, könnte das für manche in diesen Tagen wie eine närrische Träumerei [Simultan-Übersetzung in Phoenix: es hört sich manchmal nach einem Traum, nach Wolkenkuckucksheim an…] klingen. Ich weiß: Die Kräfte, die uns voneinander trennen, sind stark und real. Ich weiß aber auch, dass sie nicht neu sind. Unsere Geschichte ist ein ständiger Kampf zwischen dem amerikanischen Ideal – dass wir alle gleich geschaffen sind – und der harschen, hässlichen Realität; dass uns nämlich Rassismus, Nativismus und Angst auseinandergerissen haben. Diese Schlacht dauert an, und der Sieg ist niemals sicher.
Immer haben unsere besseren Seiten obsiegt – im Bürgerkrieg, in der Großen Depression, im Weltkrieg, am 11. September, trotz Kampf, trotz Opfern, trotz Rückschlägen. In jedem dieser Momente sind genug von uns zusammengekommen, um uns alle voranzubringen; und genau das können wir auch jetzt. Die Geschichte, der Glaube und die Vernunft weisen den Weg. Den Weg der Einheit.
Statt als Feinde können wir einander als Nachbarn sehen. Wir können einander mit Würde und Respekt behandeln. Wir können zusammenarbeiten, das Geschrei beenden und die Dinge weniger hitzig angehen. Denn ohne Einheit gibt es keinen Frieden, nur Bitterkeit und Wut. Keinen Fortschritt, nur ermüdende Empörung. Keine Nation, nur Chaos. In der Krise und in der Herausforderung liegt unser historischer Moment. Und Einigkeit ist der Pfad in die Zukunft. Wir müssen diesem Moment als Vereinigte Staaten von Amerika begegnen.
Wenn wir das tun, garantiere ich, dass wir nicht scheitern werden. Niemals sind wir in Amerika gescheitert, wenn wir zusammengehalten haben. Lassen Sie uns also heute, an diesem Tag und an diesem Ort, neu beginnen, wir alle zusammen. Lassen Sie uns anfangen, einander wieder zuzuhören, einander zu hören, einander zu sehen. Einander Respekt zu zeigen. Politik muss kein rasendes Feuer sein, dass alles verschlingt. Nicht jede Meinungsverschiedenheit muss ein Grund für den totalen Krieg sein. Und wir müssen die Kultur beenden, in der Fakten manipuliert und sogar erfunden werden.
Liebe Mitbürger, so dürfen wir nicht sein. Wir müssen besser sein, und ich glaube: Amerika ist so viel besser als das. Schauen Sie sich nur einmal um: Hier stehen wir im Schatten der Kapitolskuppel, die in den Jahren des Bürgerkriegs errichtet wurde. Als die Union selbst am seidenen Faden hing. Wir überdauern, wir bestehen. Hier stehen wir und schauen auf die große Mall, auf der Martin Luther King davon sprach, dass er einen Traum habe.
Hier stehen wir, wo sich vor 108 Jahren bei einer anderen Vereidigung tausende Demonstranten tapferen Frauen in den Weg stellten, die für ihr Wahlrecht auf die Straße gingen. Und heute erleben wir die Vereidigung der ersten Frau für ein nationales Regierungsamt, Vizepräsidentin Kamala Harris. Erzählen Sie mir nicht, dass sich Dinge nicht ändern können!
Hier stehen wir, nahe dem Nationalfriedhof Arlington, wo Helden ruhen, die buchstäblich alles gegeben haben. Und hier stehen wir, wo vor wenigen Tagen ein randalierender Mob dachte, er könnte mit Gewalt den Willen des Volkes ersticken, unsere Demokratie an der Arbeit hindern, uns von diesem ehrwürdigen Ort vertreiben. Es ist nicht passiert, und es wird auch niemals passieren – nicht heute, nicht morgen, zu keiner Zeit.
An alle, die unseren Wahlkampf unterstützt haben: Das Vertrauen, das Sie in uns gesetzt haben, macht mich demütig. An alle, die uns nicht unterstützt haben, lassen Sie mich folgendes sagen: Geben Sie uns Zeit, und hören Sie uns an, während wir voranschreiten. Beurteilen Sie mich und meine Absichten danach.
Wenn Sie dann immer noch anderer Meinung sind: So sei es. Das ist Demokratie, das ist Amerika. Jeder hat das Recht, friedlich anderer Ansicht zu sein. Diese Leitlinie unserer Demokratie ist womöglich die größte Stärke unserer Nation. Lassen Sie mich das ganz klar sagen: Meinungsverschiedenheiten müssen nicht zu Zwietracht führen. Und eines verspreche ich Ihnen: Ich werde ein Präsident für alle Amerikaner sein. Für jene, die mich nicht unterstützt haben, werde ich genauso kämpfen wie für jene, die an meiner Seite waren.
Vor vielen Jahrhunderten schrieb der heilige Augustinus von Hippo, ein Volk werde bestimmt durch die Dinge, die alle seine Mitglieder lieben. Was lieben wir als Amerikaner, was macht uns aus? Ich glaube, wir wissen es alle. Chancen, Sicherheit, Freiheit, Würde, Respekt, Ehre, und, ja, die Wahrheit.
Die letzten Wochen und Monate haben uns eine schmerzhafte Lektion erteilt. Es gibt Wahrheit, und es gibt Lügen. Lügen, die aus Macht- und Profiterwägungen erzählt werden. Jeder von uns ist hier in der Verantwortung, als Bürger, als Amerikaner und vor allem als Anführer. Anführer, die geschworen haben, unsere Verfassung zu achten und unsere Nation zu schützen. Die Wahrheit zu verteidigen, und die Lügen zu besiegen.
Ich verstehe, dass viele meiner Mitbürger mit Furcht auf die Zukunft blicken. Ich verstehe, dass sie sich Sorgen um ihre Jobs machen. Kann ich meine Krankenversicherung behalten? Kann ich die Raten für mein Haus bezahlen? Sie denken an ihre Familien, an das, was die Zukunft bringen mag. Ich verspreche Ihnen: Das verstehe ich. Aber es ist nicht die Lösung, sich zurückzuziehen in Parteien, die miteinander streiten, oder jenen zu misstrauen, die nicht aussehen wie Sie, nicht beten wie Sie oder ihre Nachrichten nicht aus der selben Quelle bekommen wie Sie.
Wir müssen diesen Krieg beenden, in dem Republikaner gegen Demokraten kämpfen, das Land gegen die Stadt, die Konservativen gegen die Liberalen. Wir schaffen das, wenn wir unsere Herzen öffnen, wenn wir ein bisschen Toleranz und Milde walten lassen, und wenn wir willens sind, uns in den anderen hineinzuversetzen.
Denn so ist das Leben: Manchmal braucht man Hilfe von anderen, und an anderen Tagen ist man selbst derjenige, der zur Hilfe gerufen wird. So muss es sein, so stehen wir füreinander ein. Wenn wir so leben, wird unser Land stärker, prosperierender, zukunftsfähiger. Und wir können dann immer noch geteilter Meinung sein.
Liebe Mitbürger, in der nächsten Zeit werden wir einander brauchen. Wir brauchen all unsere Kraft, um diesen dunklen Winter zu überstehen. Vor uns liegt möglicherweise die dunkelste und tödlichste Phase der Pandemie. Wir müssen Politik beiseite lassen und diese Krankheit endlich als Nation, als geeinte Nation bekämpfen. Ich verspreche Ihnen, so wie es in der Bibel heißt: „Den Abend lang währt das Weinen, aber des Morgens ist Freude“: Wir werden das zusammen überstehen. Zusammen.
Sehen Sie, wir alle hier oben wissen, dass uns die Welt zuschaut. Hier ist meine Botschaft für jene außerhalb unserer Grenzen: Amerika stand vor einer Prüfung, und wir sind gestärkt daraus hervorgegangen. Wir werden unsere Bündnisse wiederherstellen und uns wieder mit der Welt beschäftigen. Wir werden uns nicht den Herausforderungen von gestern stellen, sondern jenen von heute und morgen. Und wir werden nicht einfach durch unsere Stärke führen, sondern Vorbild sein für andere. Wir werden ein starker und verlässlicher Partner sein für Frieden, Fortschritt und Sicherheit.
Sie alle wissen, dass wir als Nation viel durchgemacht haben. Als erste Amtshandlung möchte ich Sie deshalb bitten, mit mir zusammen in einem Moment der Stille zu beten – für all jene, die im vergangenen Jahr ihr Leben durch die Pandemie verloren haben. Diese 400.000 Amerikaner, Mütter, Väter, Ehemänner, Ehefrauen, Söhne, Töchter, Freunde, Nachbarn und Kollegen. Wir werden sie ehren, indem wir zu der Nation werden, von der wir wissen, dass wir sie sein können und sollten. Lassen Sie uns still für jene beten, die ihr Leben verloren, und für unser Land….
Amen.
Leute, dies ist eine Zeit der Prüfung. Wir erleben einen Angriff auf unsere Demokratie und auf die Wahrheit. Ein gefährliches Virus, wachsende Ungleichheit, den Stachel des systemischen Rassismus, die Klimakrise. Amerikas Rolle in der Welt. Jedes einzelne dieser Probleme stellt uns vor grundlegende Herausforderungen. Aber wir müssen sie nun alle gleichzeitig angehen, selten gab es eine größere Verantwortung für unser Land. Jetzt werden wir geprüft. Werden wir dieser Situation gewachsen sein? Wir alle? Es ist Zeit für Mut, denn es gibt so viel zu tun. Und eines ist sicher: Das Urteil über uns, über Sie und mich, wird davon abhängen, wie wir die Kaskade der Krisen unserer Zeit bewältigen.
Werden wir ihr gewachsen sein, das ist die Frage. Werden wir in diese schweren Zeiten bestehen? Werden wir unserer Pflicht gerecht, vererben wir unseren Kindern eine neue und bessere Welt? Ich glaube, das müssen wir. Und ich glaube, das tun Sie auch. Wir werden das nächste große Kapitel in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika schreiben. Eine Geschichte, die ein bisschen klingen könnte wie ein Lied, das mir viel bedeutet. Es heißt „American Anthem“. Eine Strophe sticht darin heraus, jedenfalls für mich, und sie geht so:
„Die Arbeit und die Gebete eines Jahrhunderts haben uns zu diesem Tag geführt.
Was wird unser Vermächtnis sein? Was werden unsere Kinder sagen?
Lass mich im Herzen spür’n, wenn meine Tage gezählt sind:
Amerika, Amerika, ich habe mein Bestes für dich gegeben.“
Lasst uns geben. Lasst uns unsere Arbeit und unsere Gebete der Geschichte unserer großen Nation hinzufügen, während sie sich entwickelt. Dann werden unsere Kinder und Kindeskinder am Ende unserer Tage über uns sagen: Sie haben ihr bestes gegeben, sie haben ihre Pflicht getan, sie haben ein zerrissenes Land geheilt.
Liebe Mitbürger, ich schließe diesen Tag da, wo ich angefangen habe, mit einem Eid vor Gott und Ihnen allen. Ich gebe Ihnen mein Wort, dass ich immer ehrlich zu Ihnen sein werde. Ich werde die Verfassung verteidigen. Ich werde unsere Demokratie verteidigen. Ich werde Amerika verteidigen. Bei allem, was ich tue, werde ich nicht an Macht denken, sondern an Möglichkeiten. Nicht an persönliche Interessen, sondern an das öffentliche Wohl. Gemeinsam werden wir eine amerikanische Geschichte der Hoffnung schreiben, nicht der Angst. Der Einigkeit, nicht der Trennung. Des Lichts, nicht der Dunkelheit. Eine Geschichte der Anständigkeit und der Würde, der Liebe, Größe und Güte. Möge dies die Geschichte sein, die uns leitet. Die Geschichte, die uns inspiriert und in einer fernen Zukunft davon kündet, dass wir dem Ruf des Schicksals antworteten. Dass Demokratie, Hoffnung, Wahrheit und Gerechtigkeit in unserer Verantwortung nicht untergingen, sondern blühten. Dass Amerika die Freiheit sicherte und der Welt erneut ein Leuchtfeuer wurde. Das ist es, was wir unseren Vorvätern schulden, kommenden Generationen und uns selbst.
Entschlossen gehen wir die Aufgaben unserer Zeit an. Unterstützt durch unseren Glauben, angetrieben durch unsere Überzeugung, mit Hingabe füreinander und für das Land, das wir lieben, und mit ganzem Herzen. Möge Gott Amerika segnen, und möge Gott unsere Truppen schützen.
Danke, Amerika.“

Bidens Antrittsrede im Wortlaut (Quelle: Spiegel)
Chief Justice Roberts, Vice President Harris.
Speaker Pelosi, Leader Schumer, Leader McConnell, Vice President Pence, and my distinguished guests, my fellow Americans, this is America’s day. This is democracy’s day. A day of history and hope, of renewal and resolve. Through a Crucible for the ages, America has been tested anew and America has risen to the challenge.
Today, we celebrate the triumph not of a candidate, but of a cause. The cause of democracy. The people, the will of the people has been heard and the will of the people has been heeded. We’ve learned again that democracy is precious. Democracy is fragile. And at this hour, my friends, democracy has prevailed.
So now, on this hallowed ground, where just a few days ago violence sought to shake the Capitol’s very foundation, we come together as one nation under God, indivisible, to carry out the peaceful transfer of power as we have for more than two centuries.
As we look ahead in our uniquely American way, restless, bold, optimistic and set our sights on the nation we know we can be and we must be. I thank my predecessors of both parties for their presence here today. I thank them from the bottom of my heart and I know–
And I know the resilience of our Constitution and the strength, the strength of our nation, as does President Carter who I spoke with last night who cannot be with us today but whom we salute for his lifetime of service.
I’ve just taken a sacred oath each of those patriots have taken. The oath first sworn by George Washington. But the American story depends not in any one of us, not on some of us, but on all of us. On we, the people who seek a more perfect union. This is a great nation. We are good people. And over the centuries, through storm and strife, in peace and in war, we’ve come so far, but we still have far to go.
We’ll press forward with speed and urgency for we have much to do in this winter of peril and significant possibilities. Much to repair, much to restore, much to heal, much to build, and much to gain.
Few people in our nation’s history have been more challenged or found a time more challenging or difficult than the time we are in now. Once in a century virus that silently stalks the country has taken as many lives in one year as America lost in all of World War II.
Millions of jobs have been lost. Hundreds of thousands of businesses closed. A cry for racial justice some 400 years in the making moves us. The dream of justice for all will be deferred no longer.
The cry for survival comes from the planet itself. A cry that can’t be any more desperate or any more clear. And now a rise of political extremism, white supremacy, domestic terrorism that we must confront and we will defeat.
To overcome these challenges, to restore the soul and secure the future of America requires so much more than words. It requires the most elusive of all things in a democracy. Unity. Unity.
In another January, on New Year’s Day in 1863, Abraham Lincoln signed the Emancipation Proclamation. When he put pen to paper, the president said, and quote, “If my name ever goes down into history, it will be for this act and my whole soul is in it.”
My whole soul is in it.
Today on this January day, my whole soul is in this. Bringing America together. Uniting our people. Uniting our nation. And I ask every American to join me in this cause.
Uniting to fight the foes we face: aanger, resentment, and hatred, extremism, lawlessness, violence, disease, joblessness and hopelessness.
With unity, we can do great things, important things. We can right wrongs. We can put people to work in good jobs. We can teach our children in safe schools. We can overcome the deadly virus. We can reward–reward work and rebuild the middle class and make healthcare secure for all. We can deliver racial justice, and we can make America once again the leading force for good in the world.
I know speaking of unity can sound to some like a foolish fantasy these days. I know the forces that divide us are deep, and they are real, but I also know they are not new. Our history has been a constant struggle between the American ideal that we are all created equal and the harsh, ugly reality that racism, nativism, fear, demonization have long torn us apart. The battle is perennial, and victory is never assured.
This is our historic moment of crisis and challenge and unity is the path forward.
Through Civil War, the Great Depression, world war, 9/11, through struggle, sacrifice, and setbacks, our better angels have always prevailed. In each of these moments, enough of us, enough of us have come together to carry all of us forward, and we can do that now.
History, faith, and reason show the way, the way of unity. We can see each other not as adversaries but as neighbors. We can treat each other with dignity and respect. We can join forces, stop the shouting, and lower the temperature.
For without unity, there is no peace, only bitterness and fury, no progress, only exhausting outrage; no nation, only a state of chaos. This is our historic moment of crisis and challenge and unity is the path forward. And we must meet this moment as the United States of America.
If we do that, I guarantee you we will not fail. We have never ever ever ever failed in America when we have acted together, and so today at this time in this place, let’s start off fresh all of us. Let’s begin to listen to one another again, hear one another, see one another, show respect to one another. Politics doesn’t have to be a raging fire destroying everything in its path. Every disagreement doesn’t have to be a cause for total war, and we must reject the culture in which facts themselves are manipulated and even manufactured.
My fellow Americans, we have to be different than this. America has to be better than this, and I believe America is so much better than this. Just look around here we stand in the shadow of the Capitol dome as was mentioned earlier completed amid the Civil War when the Union itself was literally hanging in the balance.
Yet we endured, we prevailed. Here we stand, looking out on the great mall where Dr. King spoke of his dream. Here we stand where 108 years ago, at another inaugural, thousands of protesters tried to block brave women marching for the right to vote, and today we mark the swearing-in of the first woman in American history elected to national office, Vice President Kamala Harris.
And I promise you I will fight as hard for those who did not support me as for those who did.
Don’t tell me things can’t change. Here we stand across the Potomac from Arlington Cemetery where heroes who gave the last full measure of devotion rest in eternal peace, and here we stand just days after a riotous mob thought they could use violence to silence the will of the people, to stop the work of our democracy, to drive us from this sacred ground. It did not happen; it will never happen, not today, not tomorrow, not ever. Not ever.
To all of those who supported our campaign, I am humbled by the faith you have placed in us. To all of those who did not support us, let me say this hear me out as we move forward, take a measure of me and my heart. If you still disagree, so be it, that’s democracy, that’s America. The right to dissent peaceably within the guardrails of our Republic is perhaps this nation’s greatest strength. Yet hear me clearly disagreement must not lead to disunion, and I pledge this to you I will be a president for all Americans, all Americans.
And I promise you I will fight as hard for those who did not support me as for those who did.
Many centuries ago, St. Augustine, a saint in my church, wrote that a people was a multitude defined by the common objects of their love defined by the common objects of their love. What are the common objects we as Americans love that define us as Americans? I think we know. Opportunity, security, liberty, dignity, respect, honor, and yes, the truth.
In recent weeks and months have taught us a painful lesson. There is truth and there are lies, lies told for power and for profit, and each of us has a duty and a responsibility as citizens, as Americans and especially as leaders, leaders who have pledged to honor our Constitution and protect our nation, to defend the truth and defeat the lies.
Look, I understand that many of my fellow Americans view the future with fear and trepidation. I understand they worry about their jobs. I understand like my dad they lay at bed staring at the night staring at the ceiling wondering can I keep my healthcare, can I pay my mortgage? Thinking about their families, about what comes next. I promise you I get it, but the answer is not to turn inward, to retreat into competing factions, distrusting those who don’t look like look like you or worship the way you do or don’t get their news from the same source as you do.
We will repair our alliances and engage with the world once again, not to meet yesterday’s challenges but today’s and tomorrow’s challenges.
We must end this uncivil war that pits red against blue, rural versus urban or rural versus urban, conservative versus liberal. We can do this if we open our souls instead of hardening our hearts if we show a little tolerance and humility and if we are willing to stand in the other person’s shoes as my mom would say just for a moment stand in their shoes because here’s the thing about life, there’s no accounting for what fate will deal you.
Some days when you need a hand, there are other days when we are called to lend a hand. That is how it has to be, and that is what we do for one another, and if we are this way, our country will be stronger, more prosperous, more ready for the future, and we can still disagree.
My fellow Americans in the work ahead of us, we are going to need each other. We need all of our strength to preserve–to persevere through this dark winter. We are entering what may be the toughest and deadliest period of the virus. We must set aside politics and finally face this pandemic as one nation, one nation.
And I promise you that this as the Bible said weeping may endure for a night but joy cometh in the morning. We will get through this together, together.
Look, folks, all of my colleagues I have served with in the House and the Senate up here, we all understand the world is watching, watching all of us today, so here is my message to those beyond our borders. America has been tested and we’ve come out stronger for it. We will repair our alliances and engage with the world once again, not to meet yesterday’s challenges but today’s and tomorrow’s challenges.
And we’ll lead not merely by the example of our power, by the power of our example.
We’ll be a strong and trusted partner for peace, progress, and security.
I’ll defend our democracy. I’ll defend America.
Look, you all know we’ve been through so much in this nation. And in my first act as president, I’d like to ask you to join me in a moment of silent prayer, remember all those who we lost this past year to the pandemic, those 400,000 fellow Americans, moms, dads, husbands, wives, sons, daughters, friends, neighbors, and coworkers.
We will honor them by becoming the people in the nation we know we can and should be. So, I ask you let’s say a silent prayer for those who’ve lost their lives and those left behind and for our country.
Amen.
Folks, this is a time of testing. We face an attack on our democracy and on truth, a raging virus, growing inequity, the sting of systemic racism, a climate in crisis, America’s role in the world. Any one of these would be enough to challenge us in profound ways, but the fact is we face them all at once, presenting this nation with a _ one of the gravest responsibilities we had.
Now we’re going to be tested. Are we going to step up, all of us? It’s time for boldness for there is so much to do. And this is certain. I promise you we will be judged, you and I, by how we resolve these cascading crises of our era.
We will rise to the occasion is the question. Will we master this rare and difficult hour? Will we meet our obligations and pass along a new and better world to our children?
I believe we must. I’m sure you do as well. I believe we will. And when we do, we’ll write the next great chapter in the history of the United States of America, the American story, a story that might sound something like a song that means a lot to me. It’s called American Anthem. There’s one verse that stands out at least for me, and it goes like this.
»The work and prayers of century have brought us to this day. What shall be our legacy? What will our children say? Let me know in my heart when my days are through America, America, I gave my best to you.«
Let’s add – let’s us add our own work and prayers to the unfolding story of our great nation. If we do this, then when our days are through our children and our children’s children will say of us they gave their best. They did their duty. They healed a broken land.
My fellow Americans, I close today where I began, with a sacred oath. Before God and all of you, I give you my word I will always level with you. I will defend the Constitution. I’ll defend our democracy. I’ll defend America. And I will give all, all of you, keep everything you–I do in your service, thinking not of power but of possibilities, not of personal interest but the public good. And together, we shall write an American story of hope, not fear; of unity, not division; of light, not darkness; a story of decency and dignity, love and healing, greatness and goodness.
May this be the story that guides us, the story that inspires us, and the story that tells ages yet to come that we answered the call of history. We met the moment. Democracy and hope, truth and justice did not die on our watch but thrived, that America secured liberty at home and stood once again is a beacon to the world. That is what we owe our forbearers, one another, and generation to follow.
So, with purpose and result, we turn to those tasks of our time, sustained by faith, driven by conviction, devoted to one another in the country we love with all our hearts. May God bless America and may God protect our troops.
Thank you, America.

USA-Hymne_Lady Gaga_im frühen Licht der MorgendämmerungLady Gaga … im frühen Licht der Morgendämmerung …
O sagt, könnt ihr sehen
im frühen Licht der Morgendämmerung,
was wir so stolz grüßten
im letzten Schimmer der Abenddämmerung?
Dessen breite Streifen und helle Sterne
die gefahrvollen Kämpfe hindurch
über den Wällen, die wir bewachten,
so stattlich wehten?
Und der Raketen grelles, rotes Licht,
die in der Luft explodierenden Bomben,
bewiesen die Nacht hindurch,
dass unsere Flagge noch da war.
Oh sagt, weht dieses
sternenbesetzte Banner noch immer
über dem Land der Freien
und der Heimat der Tapferen?
Oh, say, can you see, by the dawn\’s early ligth, what so proudly we hailed at the twilight\’s last gleaming? Whose stripes and bright stars, thro\’ the perilous fight, o\’er the ramparts we watch\’d, were so gallantly streaming? And the rocket\’s red glare, bombs burtsing in air, gave proof thro\’ the night that our flag was still there. Oh.say, does the star spangled banner still wave o\’er the land of the free and the home of the brave?

for all

… for all …

Georgia fire captain Andrea M. Hall leads Pledge of Allegiance at Biden inauguration
She also signed in American Sign Language (Gebärdensprache) as she spoke.

«I do solemnly swear (or affirm) that I will faithfully execute the Office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States. So help me God»
«Ich schwöre (oder bekräftige) feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausführen und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften wahren, schützen und verteidigen werde.» Meistens wird noch «So help me God», also «So wahr mir Gott helfe»

to the united states of america… to the united states of America …

This Land is Your Land_Jennifer Lopez_20210120
This land is your land and this land is my land
From California to the New York island
From the redwood forest to the Gulf Stream waters
This land was made for you and me
As I went walking that ribbon of highway
I saw above me that endless skyway
Saw below me that golden valley
This land was made for you and me
America, America …

zwischen den Gesang feurige spanische Worte von Jennifer Lopez:
“Una nacion, bajo Dios, indivisible, con libertad y justicia para todos.”
(eine Nation, unter Gott, mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle)

 

Amanda Gorman – The Hill We Climb (Der Hügel, den wir erklimmen) ~ dt. Übersetzung s. u.
When day comes we ask ourselves,
where can we find light in this never-ending shade?
The loss we carry,
a sea we must wade
We’ve braved the belly of the beast
We’ve learned that quiet isn’t always peace
And the norms and notions
of what just is
Isn’t always just-ice
And yet the dawn is ours
before we knew it
Somehow we do it
Somehow we’ve weathered and witnessed
a nation that isn’t broken
but simply unfinished
We the successors of a country and a time
Where a skinny Black girl
descended from slaves and raised by a single mother
can dream of becoming president
only to find herself reciting for one

And yes we are far from polished
far from pristine
but that doesn’t mean we are
striving to form a union that is perfect
We are striving to forge a union with purpose
To compose a country committed to all cultures, colors, characters and
conditions of man
And so we lift our gazes not to what stands between us
but what stands before us
We close the divide because we know, to put our future first,
we must first put our differences aside
We lay down our arms
so we can reach out our arms
to one another
We seek harm to none and harmony for all
Let the globe, if nothing else, say this is true:
That even as we grieved, we grew
That even as we hurt, we hoped
That even as we tired, we tried
That we’ll forever be tied together, victorious
Not because we will never again know defeat
but because we will never again sow division

Scripture tells us to envision
that everyone shall sit under their own vine and fig tree
And no one shall make them afraid
If we’re to live up to our own time
Then victory won’t lie in the blade
But in all the bridges we’ve made
That is the promise to glade
The hill we climb
If only we dare
It’s because being American is more than a pride we inherit,
it’s the past we step into
and how we repair it
We’ve seen a force that would shatter our nation
rather than share it
Would destroy our country if it meant delaying democracy
And this effort very nearly succeeded

But while democracy can be periodically delayed
it can never be permanently defeated
In this truth
in this faith we trust
For while we have our eyes on the future
history has its eyes on us
This is the era of just redemption
We feared at its inception
We did not feel prepared to be the heirs
of such a terrifying hour
but within it we found the power
to author a new chapter
To offer hope and laughter to ourselves
So while once we asked,
how could we possibly prevail over catastrophe?
Now we assert
How could catastrophe possibly prevail over us?

We will not march back to what was
but move to what shall be
A country that is bruised but whole,
benevolent but bold,
fierce and free
We will not be turned around
or interrupted by intimidation
because we know our inaction and inertia
will be the inheritance of the next generation
Our blunders become their burdens
But one thing is certain:
If we merge mercy with might,
and might with right,
then love becomes our legacy
and change our children’s birthright

So let us leave behind a country
better than the one we were left with
Every breath from my bronze-pounded chest,
we will raise this wounded world into a wondrous one
We will rise from the gold-limbed hills of the west,
we will rise from the windswept northeast
where our forefathers first realized revolution
We will rise from the lake-rimmed cities of the midwestern states,
we will rise from the sunbaked south
We will rebuild, reconcile and recover
and every known nook of our nation and
every corner called our country,
our people diverse and beautiful will emerge,
battered and beautiful

When day comes we step out of the shade,
aflame and unafraid
The new dawn blooms as we free it
For there is always light,
if only we’re brave enough to see it
If only we’re brave enough to be it

deutsche Übersetzung: rnd kultur
Mr. President, Dr. Biden, Madam Vice President, Mr. Emhoff, Bürger Amerikas und der ganzen Welt,
Wenn es Tag wird, fragen wir uns,
wo wir Licht zu finden vermögen, in diesem niemals endenden Schatten?
Den Verlust, den wir tragen,
ein Meer, das wir durchwaten müssen.
Wir haben dem Bauch der Bestie getrotzt.
Wir haben gelernt, dass Ruhe nicht immer Frieden bedeutet.
Und dass die Normen und Vorstellungen von dem, was gerade ist,
nicht immer Gerechtigkeit sind.
[Die Übersetzung könnte auch lauten, „dass die Normen und Vorstellungen von dem, was gerecht ist“. Die Betonung legt aber die obige Interpretation nahe. Wahrscheinlich spielt die Lyrikerin hier aber bewusst mit der doppelten Bedeutung von „just“. Anm.d.Übersetzer]
Und doch gehört die Morgendämmerung uns,
noch ehe wir es wussten.
Irgendwie schaffen wir es.
Irgendwie haben wir es überstanden und bezeugten
eine Nation, die nicht kaputt ist,
sondern einfach unvollendet.
Wir, die Nachfahren eines Landes und einer Zeit,
in der ein dünnes, schwarzes Mädchen,
das von Sklaven abstammt und von einer alleinerziehenden Mutter großgezogen wurde,
davon träumen kann, Präsidentin zu werden,
nur um sich selbst in einer Situation zu finden, in der sie für einen vorträgt.
Und ja, wir sind alles andere als lupenrein,
alles andere als makellos,
aber das bedeutet nicht, dass wir danach streben,
eine Gemeinschaft zu bilden, die perfekt ist.
Wir streben danach, gezielt eine Gemeinschaft zu schmieden.
Ein Land zu bilden, das sich allen Kulturen, Farben, Charakteren und menschlichen Lebensverhältnissen verpflichtet fühlt.
Und so erheben wir unseren Blick nicht auf das, was zwischen uns steht,
sondern auf das, was vor uns steht.
Wir schließen die Kluft, weil wir wissen, dass wir, um unsere Zukunft an erste Stelle zu setzen,
zuerst unsere Unterschiede beiseitelegen müssen.
Wir legen unsere Waffen nieder,
damit wir unsere Arme
nacheinander ausstrecken können.
Wir wollen Schaden für keinen und Harmonie für alle.
Lasst die Welt, wenn sonst auch nichts, sagen, dass dies wahr ist:
Dass wir, selbst als wir trauerten, wuchsen
Dass wir, selbst als wir Schmerzen litten, hofften
Dass wir, selbst als wir ermüdeten, es weiter versucht haben
Dass wir für immer verbunden sein werden, siegreich
Nicht weil wir nie wieder eine Niederlage erleben werden,
sondern weil wir nie wieder Spaltung säen werden.
Die Heilige Schrift sagt uns, dass wir uns vorstellen sollen,
dass jeder unter seinem eigenen Weinstock und Feigenbaum sitzen soll
und keiner ihnen Angst machen soll.
Falls wir unserer eigenen Zeit gerecht werden sollen,
dann wird der Sieg nicht in der Klinge liegen,
sondern in all den Brücken, die wir gebaut haben.
Das ist das Versprechen:
Der Hügel, den wir erklimmen,
wenn wir es nur wagen,
denn Amerikaner zu sein, ist mehr als ein Stolz, den wir erben,
es ist die Vergangenheit, in die wir treten,
und die Art, wie wir sie reparieren.
Wir haben eine Macht gesehen, die unsere Nation eher zerschlagen würde,
als sie zu teilen,
die unser Land zerstören würde, wenn es dazu führe, Demokratie zu verzögern.
Und dieser Versuch war fast erfolgreich.
Doch auch wenn Demokratie von Zeit zu Zeit verzögert werden kann,
kann sie niemals dauerhaft besiegt werden.
In diese Wahrheit,
in diesem Glauben, vertrauen wir.
Denn obwohl wir unsere Augen auf die Zukunft richten,
die Geschichte hat ihre Augen auf uns gerichtet.
Dies ist die Ära gerechter Wiedergutmachung.
Wir fürchteten zu Beginn,
wir fühlten uns nicht bereit,
Erben einer solch schrecklichen Stunde zu sein,
doch in ihr fanden wir die Kraft
ein neues Kapitel zu schreiben,
uns selbst Hoffnung und Lachen zu schenken.
Also während wir uns einst fragten,
wie wir jemals diese Katastrophe überstehen könnten,
stellen wir jetzt fest:
Wie könnte eine Katastrophe jemals uns überstehen.
Wir werden nicht zurück zu dem marschieren, was war,
sondern uns auf das zu bewegen, was sein wird.
Ein Land, das zwar verletzt, aber dennoch intakt ist,
gütig, aber kühn,
kämpferisch und frei.
Wir werden uns nicht umdrehen
oder durch Einschüchterung unterbrechen lassen,
weil wir wissen, dass unsere Untätigkeit und Trägheit
unser Erbe für die nächste Generation sein wird.
Unsere groben Fehler werden zu ihren Lasten.
Aber eines ist sicher:
Wenn wir Barmherzigkeit mit Macht verschmelzen
und Macht mit Recht,
dann wird Liebe unser Vermächtnis
und Veränderung das Geburtsrecht unserer Kinder.
Also lasst uns ein Land hinterlassen,
das besser ist als das, welches uns hinterlassen wurde.
Mit jedem Atemzug aus meiner bronzegegossenen Brust
werden wir diese verwundete Welt in eine wundersame verwandeln.
Wir werden uns von den goldbeschienenen Hügeln des Westens erheben,
wir werden uns aus dem windgepeitschten Nordosten erheben,
in dem unsere Vorfahren zum ersten Mal die Revolution verwirklichten,
wir werden uns aus den von Seen gesäumten Städten des Mittleren Westens erheben,
wir werden uns aus dem sonnengebrannten Süden erheben,
wir werden wieder aufbauen, uns versöhnen und erholen,
und jeden bekannten Winkel unserer Nation und
jede Ecke, die unser Landes genannt wird.
Unser Volk, vielfältig und schön, wird aufstreben,
zerschunden und schön.
Wenn der Tag kommt, treten wir aus dem Schatten heraus,
entflammt und ohne Angst.
Die neue Morgendämmerung erblüht, wenn wir sie befreien.
Denn es gibt immer Licht,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sein.

DER SPIEGEL Nr. 13/27.3.2021 … SPIEGEL: … Sie haben Ihr Gedicht zu Ende geschrieben, während in Washington das Kapitol gestürmt wurde… GORMAN: … Der rechtsextreme, rassistische Aufstand am Kapitol hat mir nur bestätigt, warum ein Gedicht wie
>>The Hill We Climb/Den Hügel hinauf<<
geschrieben werden musste: als Erinnerung an unsere gemeinsamen Werte, also Hoffnung, Mitgefühl, Gerechtigkeit und Demokratie. Am 6. Januar bin ich lange wach geblieben, und an dem Tag habe ich das Gedicht vollendet und ans Amtseinführungskomitee geschickt. …

Amanda Gorman ~ Homepage

 

“I’m going to ask you to sing this verse with me,” he said. “Not only the people here but the people at home, those at work. As one, united.” Garth Brooks Worte an alle

 

Blick zum Obelisk und Lincoln Memorial_FlaggenBlick vom Vereidigungsort Kapitol (National Mail) zum Obelisk und Lincoln Memorial, dazwischen 200.000 Flaggen: symbolisch für die Menschen, die wegen Pandemie und Sicherheitsvorkehrungen nicht dabei sein dürfen.

alle Fotos: TV-Screenshots

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