Gesellschaftskritik

Cyber-Bullying ~ “Homevideo” TV-Film auf arte 19. August 2011

cyber-bullying

Am 19. August 2011 kommt mir auf arte JAKOB mit seiner Film-Geschichte sehr nahe. Zur Beobachterin verdammt, bleibt mir lediglich das Zulassen meiner vielen Emotionen. Erinnert fühle ich mich an die Zeit der antiautoritären Kindererziehung, in der die so denkenden Erwachsenen keine Vorbildfunktion, Verantwortung und aktive Begleitung für ihre Kinder übernahmen, sondern alles laufen ließen, als ob so ein kleiner Mensch die Art und Weise für das Zusammenleben im gesellschaftlichen Raum in den Genen hätte.

… dann spielt mal schön …

In “Homevideo”

wird die ganze wundervoll-fortschrittliche Welt der Möglichkeiten manchen Jugendlichen „zu Füßen“ gelegt. Hier in Form einer Videokamera. Und sie, die mit Kreativität Ausgestatteten, greifen zu und füttern diese Möglichkeiten. In diesem Film ist das einerseits der 15jährige JAKOB, der die kleine Welt zu Hause nicht mehr versteht, dem das Gefüge des alltäglich-Stimmigen durch die Art und Weise der Trennung seiner Eltern entrissen wird. Er bleibt auf der Strecke und zieht sich in seine geheime Welt zurück ~ früher hätte er Tagebuch geschrieben(?) ~ heute dreht er ein intimes Homevideo, in dem er Hannah seine Liebe zeigt. Als Trost oder Lichtblick hält er seine Wünsche in laufenden Bildern fest. Diese missbrauchen nun andererseits falsche Freunde durch listige Täuschung und Erpressung samt Veröffentlichung im Internet und zerstören somit Jakobs Balance. Er gerät in den Sog eines Geouteten, über den nicht mehr nur getuschelt, sondern der öffentlich verhöhnt und geächtet wird.

Die Wortschöpfung für diese Art des Mobbings ist Cyber-Bullying. Im Film versagen die Erwachsenen, egal welcher Herkunft und Bildung, in jeder Hin-Sicht. Ihnen fehlen die Mittel, als wären sie Goethes Zauberlehrlinge, die zwar Wasser schöpfen lassen, der Massen aber nicht mehr Herr werden. Wo ist der Zauberer, der diesen Verirrungen Einhalt gebietet!?

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Homevideo

arte: „Jakob hat nicht nur mit seiner Pubertät zu kämpfen, sondern leidet auch unter der Trennung seiner Eltern. Da wird auch noch gerade ein von ihm selbst gedrehtes Video gegen seinen Willen weiter verbreitet  …“

arte: Freitag, 19. August 2011 um 20.15 Uhr; Wiederholungen: 26.08.2011 um 02:00

Homevideo

(Deutschland, 2010, 89mn), NDR

Regie: Kilian Riedhof; Kamera: Benedict Neuenfels; Schnitt: Benjamin Hembus

Darsteller: Hans Werner Meyer, Jannik Schümann, Jonas Nay, Nicole Marischka, Petra Kelling, Sabine Timoteo, Sophia Boehme, Tarja und Tove Loos, Tom Wolf, Willi Gerk, Wotan Wilke Möhring, Anett Heilfort (Frau Beckmann)

Autor: Jan Braren

Produktion: ARTE, BR, NDR, TeamWorx Television & Film GmbH; Produzent: Benjamin Benedict, Christian Granderath; Redaktion: Andreas Schreitmüller, Claudia Simionescu, Jeannette Würl

“Homevideo” setzt sich mit der Medialisierung aller Lebensbereiche auseinander und zeigt, welch drastische Konsequenzen diese für Jugendliche haben kann. Der Film ist inspiriert von den zum Teil extremen Entwicklungen in sozialen Netzwerken im Internet und verstärkt auftretenden Fällen von sogenanntem “Cyber-Bullying”, Mobbing im Internet.

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sie entgleitet uns, die jugend, der wir oberflächlich „alles bieten“, und der wir uns zwecks selbstverwirklichung entziehen, und ihr somit werte auftischen, die sie im grunde ihrer seele zerreiben. und was bleibt dem unverstandenen, obwohl er am ende wortlos, aber mit bittend-flehenden augen nach sich-zu-hause-fühlen und verstanden-werden schreit: im film … die bündelung der restkraft zum schuss in den tod.

in manchen breitengraden hier auf unserer erde im hier und jetzt werden die jungen dem krieg geopfert. der preis ist nicht frieden, der preis ist krieg-um-krieg-und-wieder-krieg.

in unseren und manch anderen breitengraden hier auf unserer erde im hier und jetzt werden die jungen dem mammon geopfert. von denen, die hoffen oder gewiss sind, dass es ja immer nur die andern trifft und nicht die eigene nachkommenschaft. der preis ist der verfall der sitten und des liebevollen miteinander: der ver-lust.

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LINKS

Saferinternet.at http://www.saferinternet.at/

für Eltern http://www.saferinternet.at/tipps/fuer-eltern/

für Lehrende http://www.saferinternet.at/tipps/fuer-lehrende/

für Jugendliche http://www.saferinternet.at/staysafe/

IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. http://www.jugendhilfeportal.de/forschung/jugendforschung/artikel/eintrag/jede-fuenfte-jugendliche-opfer-von-cybermobbing/

Mädchen.de http://www.maedchen.de/artikel/cybermobbing-hilfe-mobbing-1512877.html

Die Niedersächsische Landesmedienanstalt … hat eine Selbsthilfe-Plattform gegründet http://www.juuuport.de/

Kliksafe.de die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/cyber-mobbing-was-ist-das.html

SocialShield http://www.socialshield.com/

WIKIPEDIA http://de.wikipedia.org/wiki/Cyber-Mobbing

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Pressemitteilung NDR

“Homevideo” erhält Hauptpreis und Publikumspreis beim Filmfestival Baden-Baden

Preisregen für “Homevideo”: Am Freitag, 18. November 2011, hat die Koproduktion des NDR mit dem Bayerischen Rundfunk und ARTE den Hauptpreis beim Filmfestival Baden-Baden bekommen, den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Radikal und konsequent sei der Film, “ein starkes und mutiges Fernsehen auf der Höhe der Zeit”, wie die Jury in ihrer einstimmig getroffenen Entscheidung den Preis begründet … weiterlesen

dieser Film wird noch einmal gesendet am Montag, 12.12.2011, 23:15 Uhr, im NDR-Fernsehen (im Anschluss an die Ausstrahlung zu finden in der “Das Erste Mediathek”)

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Kategorie: Gesellschaftskritik

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Meine Geburts- und Heimatstadt ist Wien an der Donau. Die Welt erschloss sich mir weiter am Rhein ~ in meinen Lebensentwürfen mit Menschen meiner Liebe. Mitteilen und Teilen in und mit POETRY-SIGHTS, das ist, was mich antreibt, die Seite hier zu betreiben für alle, die Sinn dafür haben.