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Vor-Ostern ~ Ich ging in Baden-Baden so für mich hin,

POESIE-TASCHE - BADEN-BADEN - OSTERFESTSPIELE 20150327-0406_1400027

Ich ging in Baden-Baden

so für mich hin.
Und was zu finden,
das war mein Sinn.

Gefunden hab’ ich
manch’ Tasche in Weiß:
allein Philosophie,
das ist ihr Preis.

Nichts weiter
interessierte mich
:
hier ist ihre Show,
sie erfreue DICH !

POESIE-TASCHE an POESIE-TASCHE an POESIE-TASCHE

Baden-Baden, 26.03.15, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Der Spagat zwischen notwendigen kommerziellen Zielsetzungen und einem geistreichen Anspruch Baden-Badens ist Markus Brunsing gemeinsam mit dem Festspielhaus und Matthias Vickermann wohl gelungen. 2.680 Pflanzen in 80 Blumentaschen*** zwischen Leopoldsplatz und Kurhaus werben mit poetischen Zeilen für die schönen Künste und ebenso für die beglückenden materiellen Reize. … Baden-Badens eleganter Spagat zwischen Kunst und Kommerz

*** Nichts weiter
interessierte mich
:
hier ist ihre Show,
sie erfreue DICH !

TASCHEN:

TASCHE EINS

… blicke in den spiegel, die in der marschallin die philosophin wecken …

TASCHE ZWEI

… wer allzu viel umarmt, der hält nichts fest …

TASCHE DREI

… taktfragen sind machtfragen …

TASCHE VIER

… der wiener walzer flirtet …

TASCHE FÜNF

… sie beten, philosophieren, feiern und …

TASCHE SECHS

… Gott erhalte Franz den Kaiser ODER Einigkeit und Recht und Freiheit …

TASCHE SIEBEN

… der eine erkundet die welt der andere erträumt sich welten …

TASCHE ACHT

… musikalischer realismus – wenn der komponist den sänger gleich mitkomponiert …

TASCHE NEUN

… Metamorphosen: die erinnerung ist ein dicht geknüpftes netz, das einen fest halten oder fesseln kann …

TASCHE ZEHN

… Ich fühle Luft vom anderen Planeten …

Baden-Baden: immer wieder eine Reise wert

 

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TASCHE EINS … blicke in den spiegel, die in der marschallin die philosophin wecken …

POESIE-TASCHE_Der Rosenkavalieir_die in der marschallin die philosophin wecken_1390951

dazu die Oper „Der Rosenkavalier” von Richard Strauss  (Uraufführung 1911), Szene gegen Ende des 1. Aufzug, Renée Fleming: Monolog Marschallin

MARSCHALLIN: Kann mich auch an ein Mädel erinnern, die frisch aus dem Kloster ist in den heiligen Ehestand kommandiert word’n. (nimmt den Handspiegel) Wo ist die jetzt? Aber wie kann das wirklich sein, dass ich die kleine Resi war (…ca. 2:20 …)

und weiter mit

TASCHE ZWEI … wer allzu viel umarmt, der hält nichts fest …

POESIE-TASCHE_Baden-Baden_Strauss Richard_Rosenkavalier_Wer allzu viel umarmt der hält nichts fest__1390952

dazu die Oper „Der Rosenkavalier” von Richard Strauss (Szene gegen Ende des 1. Aufzugs, Adrianne Pieczonka als Marschallin, Salzburg Festival 2004. Angelika Kirschlager – Octavian)

OCTAVIAN: Und es war kein Feldmarschall. Nur ein spaßiger Herr Vetter und du gehörst mir. Du gehörst mir!

MARSCHALLIN: Taverl, umarm Er nicht zu viel: Wer allzuviel umarmt, der hält nichts fest. (…ca. 1:20 …)

OCTAVIAN : Sag, daß du mir gehörst! Sag, daß du mir gehörst

TASCHE DREI … taktfragen sind machtfragen …

POESIE-TASCHE Baden-Baden_Strauß - Kaiserwalzer_Taktfragen sind Machtfragen_1390934

 

dazu der „Kaiserwalzer”, op. 437, von Johann Strauss, Sohn, performed von

Vienna Vocalists, ensemble of the Vienna State Opera Chorus, concert at the National Concert Hall in Taipeh 2003,

Piano: Kazuko Itaya

Text Kaiserwalzer, nach Maria Volderauer-Schöpfer ~ gesungener Text mit Abweichungen

Wie lieb’ ich dich, Mondschein durchlebt,
Wenn hoch im Dom Turmseelchen schwebt;
Zeitlos und sacht trägt’s donauwärts
In blauer Nacht dein klopfendes Herz.

Doch wenn sonniger Schein
Bricht lobend wieder herein,
Dann bist du ganz erst mein Wien,
Du sollst in Sonne dich baden!

Mondschein macht dich zur Märchenstadt
Die Wehmut im Auge hat,
Nur Sonne wandelt dich gleich
In ein berauschendes Königreich! …

 

TASCHE VIER … der wiener walzer flirtet …

 Strauss - Kaiserwalzer_Der Wiener Walzer flirtet_1390938

Wiener Philharmoniker, Herbert Von Karajan, Johann Strauss, Kaiserwalzer
Walzer – Marsch – EIN FLIRT
Johann Strauss Sr. “Radetzky Marsch“, the last piece at the New Year’s Concert Vienna 1987, with Herbert Von Karajan conducting the Vienna Philharmonic

TASCHE FÜNF … sie beten, philosophieren, feiern und …

POESIE-TASCHE Baden-Baden_Beethoven - Pastorale_Pastoralen waren Schäferstündchen_1390944

Die „Pastorale” von Ludwig van Beethoven klassisch:

Symphonie No. 6 in F Major, Op. 68: „V. Allegretto” von Anima Eterna, Jos van Immerseel

und

Die „Pastorale” von Ludwig van Beethoven ~ Mit Disney-Animation aus dem Jahr 1940, nicht nur für Enkel-Kinder, phantastisch anschaulich hörbar gemacht:

 

TASCHE SECHS … Gott erhalte Franz den Kaiser ODER Einigkeit und Recht und Freiheit …

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Eine Melodie und ihre hymnische Geschichte:

Der 2. Satz aus dem „Kaiserquartett“, Opuszahl 76 Nr. 3, (hier gespielt von den Pythagoras Strings) enthält vier Cantus-firmus-Variationen über das Thema der von Haydn zuvor komponierten Kaiserhymne „Gott erhalte Franz, den Kaiser“. … Haydn bediente sich – ob bewusst oder unbewusst – eines Themas aus Mozarts Alleluja aus der Motette Exsultate, jubilate … zitiert aus wikipedia

oder mit 4 SaxophonistInnen Arcis Saxophone Quartet aus speziellem Anlass …

 

Die Österreichischen Kaiserhymnen, auch Volkshymnen genannt, waren ab 1797 Hymnen des Hauses Österreich und von 1826 bis 1918 die offiziellen Kaiserhymnen des Kaisertums Österreich, das seit 1867 die Länder der ungarischen Krone nicht mehr umfasste (Österreich-Ungarn). Die Hymnen lauteten stets auf die vom österreichischen Komponisten Joseph Haydn im Auftrag von Kaiser Franz II. komponierte Melodie „Gott erhalte Franz, den Kaiser“.

In der Habsburgermonarchie gab es keine National- oder Landeshymnen einzelner Kronländer. Vielmehr wurde der Text der Kaiserhymne dem jeweils amtierenden Kaiser gewidmet, so dass sich der Text bei jedem Thronwechsel änderte. Auf die Melodie der früheren österreichischen Kaiserhymne wird auch das 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gedichtete Lied der Deutschen gesungen, dessen dritte Strophe heute die deutsche Nationalhymne ist. zitiert aus wikipedia

TASCHE SIEBEN … der eine erkundet die welt der andere erträumt sich welten …

POESIE-TASCHE_Klavierkonzert_Schumann_Der eine erkundet die Welt der andere erträumt sich Welten - die Frage ist wer reicher ist_Schumann_1390980

Nikolaus Harnoncourt, Chamber Orchestra of Europe, am Flügel: Martha Argerich,

Robert Schumann, Klavierkonzert in A minor, op. 54

… Die Uraufführung des Kopfsatzes (Phantasie) erfolgte am 13. August 1841 im Leipziger Gewandhaus mit der Solistin Clara Schumann. Die vollständige 3-sätzige Fassung wurde in Dresden am 4. Dezember 1845 [4] wiederum mit seiner Frau Clara Schumann am Klavier und dem Widmungsträger Ferdinand Hiller als Dirigent uraufgeführt. Das Konzert wurde anders als viele Klavierkonzerte der Romantik mit Begeisterung aufgenommen. Clara Schumann schrieb nach der Uraufführung: „… wie reich an Erfindung, wie interessant vom Anfang bis zum Ende ist es, wie frisch und welch ein schönes zusammenhängendes Ganze!“ …

Erst danach erklingt, von den Holzbläsern vorgetragen, das dem Ideal des Eusebius entsprechende, träumerische Hauptthema. Die Melodie wird von der ersten Oboe vorgetragen und beginnt mit den Tönen C – H – A – A, die für die italienische Schreibweise des Vornamens CHiArA von Robert Schumans Ehefrau Clara Schumann stehen

zitiert aus wikipedia

TASCHE ACHT … musikalischer realismus – wenn der komponist den sänger gleich mitkomponiert …

POESIE-TASCHE_Baden-Baden-Baden_Hugo Wolf_Italienische Serenade_Musikalischer Realismus - wenn der Komponist den Sänger gleich mitkomponiert_1390991

 

Hugo Wolf (* 13. März 1860 in Windischgrätz; † 22. Februar 1903 in Wien): Italienische Serenade – Celibidache – Orchestra RAI di Roma – 1968

… Die für kleines Orchester gesetzte, unbeschwert-bizarre „Italienische Serenade” …, weisen den reizbaren, kompromissfeindlichen Wolf als respektablen Symphoniker aus. … zitiert aus Spiegel online vom 4.8.1969

zum 100. Todestag von Hugo Wolf am 22.2.2003 ~ mehrere Pressestimmen

Nürnberger Nachrichten 20.2.2003

Ehrenrettung für einen Vergessenen: Dietrich Fischer-Dieskaus brillante Biografie über Hugo Wolf … Dabei blickt Fischer-Dieskau durchaus „kritisch auf die Bedeutung eines bereits wieder aus dem Gedächtnis entschwindenden Werkes und zugleich auf die Leiden“ eines Lebens, das „ein einziger Weg des Opfers war, des Opfers um der Sache, um der Kunst willen.“

 

TASCHE NEUN … Metamorphosen: die erinnerung ist ein dicht geknüpftes netz, das einen fest halten oder fesseln kann …

 

POESIE-TASCHE_Baden-Baden_Metamorphosen_Richard Strauss_1390999

Richard Georg Strauss (* 11. Juni 1864 in München; † 8. September 1949 in Garmisch-Partenkirchen), Komponist

 

Metamorphosen für 23 Solostreicher sind eine Komposition (Komposition am 13. März 1945 begonnen und am 12. April in Garmisch-Partenkirchen beendet) von Richard Strauss, die er am 13. März 1945 begann und am 12. April in Garmisch-Partenkirchen beendete (als Ausgangsidee „Trauer um München“). … Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges und vor dem Hintergrund der menschlichen und kulturellen Verwüstungen verstand Strauss seine Komposition als Abschied von seinem Schaffen und der in Ruinen liegenden Welt. … Von der eigentlichen Idee der Metamorphose (gr. μεταμόρφωσιςmetamórphosis „Verwandlung“, „Umgestaltung“) ausgehend kann das Werk als eine unentwegte Variationskette betrachtet werden, deren melodisches Material und expressive Tonsprache an den zweiten Satz der Eroica erinnern. Mit Techniken der Polyphonie, Dynamik und Modulation entwickelt Strauss die Themen und gestaltet so den intensiven Ausdruck seines letzten „Klagegesangs“. … Die Quelle des Werks ist die seelische Verfassung des Komponisten am Vorabend des Kriegsendes. Strauss schrieb an Joseph Gregor, er sei in „verzweifelter Stimmung! Das Goethehaus, der Welt größtes Heiligtum, zerstört. Mein schönes Dresden-Weimar-München, alles dahin!“ … weiter und mehr auf Wikipedia

Metamorphose (Musik), komplexe Verwandlungen eines musikalischen Themas

Aufnahme aus dem Jahr 1947, Wien: Metamorphosen by Richard Strauss
Wiener Philharmoniker; Herbert von Karajan, conductor

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Metamorphosen der „HÜLLEN-ART” auf: bis es mir vom leibe fällt

 

TASCHE ZEHN

… Ich fühle Luft vom anderen Planeten …

POESIE-TASCHE_Ich fühle Luft vom anderen Planeten_Schönberg_1400021

 

Arnold Schönberg (* 13. September 1874 in Wien; † 13. Juli 1951 in Los Angeles) war ein österreichischer Komponist, Musiktheoretiker, Kompositionslehrer, Maler, Dichter und Erfinder, der aus einer Wiener jüdischen Familie stammte, 1933 in die Vereinigten Staaten emigrierte und 1941 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft annahm. Danach schrieb er sich Arnold Schoenberg.

Streichquartett Nr. 2 fis-Moll, op. 10 (im 3. und 4. Satz: „Litanei” und „Entrückung”, Gedichte von Stefan George)

Schoenberg: String Quartet No 2 Mvmnt 4 „Entrückung“ – Margaret Price and the LaSalle Quartet

Stefan Anton George (* 12. Juli 1868 in Büdesheim, heute Stadtteil von Bingen am Rhein; † 4. Dezember 1933 in Minusio bei Locarno) war ein deutscher Lyriker.

Entrückung

Ich fühle luft von anderem planeten.
Mir blassen durch das dunkel die gesichter
Die freundlich eben noch sich zu mir drehten.
Und bäum und wege die ich liebte fahlen
Dass ich sie kaum mehr kenne und Du lichter
Geliebter schatten – rufer meiner qualen –
Bist nun erloschen ganz in tiefern gluten
Um nach dem taumel streitenden getobes
Mit einem frommen schauer anzumuten.
Ich löse mich in tönen · kreisend · webend ·
Ungründigen danks und unbenamten lobes
Dem grossen atem wunschlos mich ergebend.
Mich überfährt ein ungestümes wehen
Im rausch der weihe wo inbrünstige schreie
In staub geworfner beterinnen flehen.
Dann seh ich wie sich duftige nebel lüpfen
In einer sonnerfüllten klaren freie
Die nur umfängt auf fernsten bergesschlüpfen.
Der boden schüttert weiss und weich wie molke ..
Ich steige über schluchten ungeheuer ·
Ich fühle wie ich über lezter wolke
In einem meerkristallnen glanzes schwimme –
Ich bin ein funke nur vom heiligen feuer
Ich bin ein dröhnen nur der heiligen stimme.

(1907)

 

Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub’s mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich’s
Am hübschen Haus 1).

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

Johann Wolfgang von Goethe

(1813)

~

Baden-Baden: immer wieder eine Reise wert

2015, 29. März, Hector Berlioz – La Damnation de Faust: Interview mit Joyce DiDonato mit Tabias Möller
2015, 30. März, Richard Strauss – Der Rosenkavalier: nzz-Kritik
2016, 18./19. März, Richard Wagner – Tristan und Isolde: br-klassik-kritik
2018,  2. April, Richard Wagner – Parsifal: swr-kritik trailer baden-baden Blumenmädchen (Komm, komm, holder Knabe …) Aufnahme: Plácido Domingo – Parsifal, Violeta Urmana – Kundry, Fedor Mozhaev – Amfortas, Matti Salminen – Gurnemanz, Nikolai Putilin – Klingsor, Olga Trifonova – 1. Blumenmädchen, Anna Netrebko – 2. Blumenmädchen – Mariinsky Theatre, St. Petersburg, May 1997

 

1. Veröff.: 31. März 2015
2. Veröff.: 29. März 2018

Kategorie: Anlässe, Kunst und Kultur, Musik, Natur, Oper, Poesie, Reise

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Meine Geburts- und Heimatstadt ist Wien an der Donau. Die Welt erschloss sich mir weiter am Rhein ~ in meinen Lebensentwürfen mit Menschen meiner Liebe. Mitteilen und Teilen in und mit POETRY-SIGHTS, das ist, was mich antreibt, die Seite hier zu betreiben für alle, die Sinn dafür haben.

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